Der Essener Baukonzern Hochtief hat 2017 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn stieg um 25 Prozent auf 452,3 Millionen Euro; der Umsatz legte um knapp 14 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu. Den Aktionären stellt das Unternehmen nun mit 3,38 Euro pro Aktie eine um 30 Prozent höhere Dividende in Aussicht. Außerdem will Hochtief die milliardenschwere Übernahme des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis perfekt machen.

Ein Zusammenschluss mit Abertis würde beiden Unternehmen "erhebliche Vorteile" bringen, heißt es im Hochtief-Geschäftsbericht. Abertis betreibt in 14 Ländern Mautstraßen und gilt als hoch profitabel.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Hochtief 18,6 Milliarden Euro für Abertis geboten und damit das Angebot des italienischen Konkurrenten Atlantia von 16,5 Milliarden Euro übertrumpft. Die EU-Kommission hat bereits grünes Licht für die Übernahme gegeben, doch die Zustimmung der spanischen Börsenaufsicht CNMV fehlt noch immer.

Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes ist zuversichtlich, dass es klappen wird. Kommt es zu einer Bieterschlacht, hatte Atlantia allerdings angedeutet, die Offerte noch einmal deutlich erhöhen zu können. Ginge der Zuschlag an Hochtief, wäre dies eine der größten Auslandsübernahmen eines deutschen Unternehmens der vergangenen Jahre.

Hochtief zeigt sich optimistisch für das laufende Jahr

Prall gefüllte Auftragsbücher und gute Aussichten auf noch mehr Aufträge machen Hochtief optimistisch für das laufende Jahr. Das Unternehmen habe für 2018 in Nordamerika, in der Region Asien-Pazifik und Europa Zielobjekte im Wert von rund 500 Milliarden Euro identifiziert, schreibt Fernandes Verdes in einem Brief an die Aktionäre.

Hochtief peile deshalb für 2018 einen um Sondereffekte bereinigten Konzerngewinn von 470 bis 520 Millionen Euro an.

Während sich die Mitarbeiterzahl 2017 im Jahresdurchschnitt weltweit um mehr als 8.000 Beschäftigte auf rund 54.000 erhöhte, ging die Beschäftigtenzahl in Deutschland leicht auf knapp 3.400 weiter zurück.

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