Hausverwalter: Im Geschosswohnungsbau wird eine Sanierung vielen Wohnungseigentümergesellschaften zu teuer Bild: Haufe Online Redaktion

Die hessischen Immobilienverwalter halten die Energie-Sparziele der Bundesregierung bei älteren Gebäuden für unrealistisch. Viele Eigentümergesellschaften seien nicht dazu bereit, so viel Geld in den Geschosswohnungsbau zu investieren. "Angela Merkel wird ihre Klimaschutzziele daher nicht erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Landesverbands (VDIVH), Werner Merkel, im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Verbands in Wiesbaden.

Der VDIVH verwaltet in Hessen rund 300.000 Wohnungen. Insgesamt gibt es im Bundesland 700.000 selbst genutzte oder vermietete Eigentumswohnungen

Der Verband beklagte einen Sanierungsstau und hatte gesetzliche Veränderungen gefordert, um ältere Häuser energieeffizienter zu machen. Es müsse verhindert werden, dass einzelne Eigentümer durch ein Veto entsprechende Investitionen beim Gemeinschaftseigentum blockierten, so Verbandschef Merkel. Dies gelte etwa für den Einbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Tiefgaragen.

VDIVH empfiehlt Energieberater

Eigentümergemeinschaften empfahl Werner Merkel, Energieberater zu engagieren, um die Sanierungskosten für Bestandsbauten zu ermitteln. So habe die Stadt Frankfurt am Main mit Hilfe der EU ein Programm zur Beratung von Eigentümern aufgelegt, das vom VDIVH unterstützt werde.

Der Verbandschef bemängelte außerdem, dass in Deutschland anders als in anderen Ländern den Hausverwaltern kaum Qualifikationen abverlangt würden, obwohl sie treuhänderisch ein Billionen-Vermögen in verwalteten.

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienverwalter, Immobilienverwaltung, Wohnungseigentum, Klimaschutz

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