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Haus & Grund fordert Neuausrichtung von Ökovorgaben für Wohngebäude

Ein Aussetzen der EnEV wäre der DHU zufolge ein folgenschweres Zeichen in Richtung Klimaschutz
Bild: Günter Bender

Der Eigentümerverband Haus & Grund fordert eine Neuausrichtung der Ökovorgaben für Wohngebäude, da die Energieeinsparverordnung (EnEV) in ihrer heutigen Form ein Investitionshemmnis darstelle. Haus & Grund und GdW raten davon ab, die EnEV zum Januar 2016 zu verschärfen. Die Deutsche Umwelthilfe (DHU) warnt indessen vor dem geplanten Aussetzen der Gebäudeenergieeffizienzstandards.

Ein Makel der EnEV sei, dass sie etwa den gebäudeübergreifenden Einsatz von kleinen Blockheizkraftwerken oder Anlagen für erneuerbare Energien nicht ausreichend berücksichtige, so Haus & Grund-Hauptgeschäftsführer Kai Warnecke.

Er forderte zudem, die energetischen Vorgaben für Wohngebäude nicht wie bisher geplant im kommenden Jahr weiter zu verschärfen. „Wir werden auf absehbare Zeit mit einer stark steigenden Nachfrage nach Wohnraum in Deutschland rechnen müssen. Deshalb muss alles getan werden, um die Baukosten zu dämpfen", so Warnecke.

GdW: EnEV 2016 wird Neubau verteuern

Auch der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. rät davon ab, die Energieeffizienzstandards weiter anzuheben. Die nächste Stufe der Energieeinsparverordnung zum 1. Januar 2016 werde den Neubau von Wohnungen laut GdW um circa sieben Prozent verteuern. "Wir schlagen ein Moratorium für diese weitere Stufe der Energieeinsparverordnung vor und fordern, die heute geltenden Neubaustandards mindestens für die kommenden Jahre beizubehalten und von einer weiteren Verschärfung abzusehen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Nichtsdestotrotz bekennt sich die Wohnungswirtschaft zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung. Um mehr Klimaschutz in der Breite zu erreichen, sei aber mehr Flexibilität bei den Maßnahmen erforderlich.

Deutsche Umwelthilfe: Energieeffizienzstandards nicht aussetzen

Eine Beschlussvorlage zur Landesbauministerkonferenz, die am 29. und 30. Oktober in Dresden stattfindet, schlägt vor, die vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen neuen Standards der EnEV 2016 um mehrere Jahre auszusetzen. Die DUH fordert die zuständigen Landesminister auf, sich gegen eine solche Maßnahme auszusprechen, die jeder sinnvollen Grundlage entbehrt und den deutschen Klimaschutzzielen zuwider läuft.

Das Herabsetzen der energetischen Standards wird bei der Unterbringung von Flüchtlingen keine Erleichterung bringen, so die DHU. Nicht die EnEV-Standards seien die Kostentreiber beim Wohnungs- und Hausbau, sondern die Mehrkosten durch gestiegene Baukosten im Allgemeinen sowie Grundstücks- und Planungskosten.

Ein Aussetzen der EnEV wäre der DHU zufolge ein folgenschweres Zeichen in Richtung Klimaschutz. Deutschland sei aufgrund europäischer Gesetzgebung zu Effizienzsteigerung sowie CO2- Einsparungen verpflichtet.

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Politik, Energiesparverordnung

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