13.11.2012 | Bauwirtschaft

Günstige Wohnungen durch teure querfinanzieren

Bezahlbarer Mietraum ist auch in Berlin Mangelware
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Berliner Bauwirtschaft will günstigen Wohnraum durch den Bau teurer Wohnungen finanzieren. Dazu solle das Land beim Grundstücksverkauf festschreiben, wie viele preiswerte Wohnungen hier entstehen müssen, so der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands, Axel Wunschel.

Die bezahlbaren Wohnungen sollten an öffentliche Wohnungsbaugesellschaften verkauft werden. Auf dem Rest des Grundstücks könnten teure Wohnungen entstehen. So werde die anhaltende Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum genutzt, um mehr bezahlbaren Wohnungen für Normalverdiener zu schaffen, sagte Wunschel.

Rund 40 Prozent der Berliner Haushalte habe monatlich maximal 1.300 Euro zur Verfügung. "Familien haben Probleme, adäquaten Wohnraum zu bekommen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, Reinhold Dellmann. Wichtig seien in allen Bezirken bezahlbare Wohnungen. Unter einem Quadratmeterpreis von 8,50 Euro könne derzeit aber nicht gebaut werden, betonte Dellmann. Nur eine Quersubventionierung mache es möglich, Wohnungen auch zu Quadratmeterpreisen von 7,00 Euro zu vergeben. Für die öffentliche Hand sei der Plan der Bauwirtschaft ein Nullsummenspiel, betonte Wunschel.

Das Konzept funktioniere einerseits bei einem Grundstück, das räumlich in günstiges Wohnen auf der einen und teure Eigentumswohnungen auf der anderen Seite unterteilt werde. Denkbar seien aber auch Pakete mehrerer Grundstücke, von denen eins mit günstigen Wohnungen und eins mit teuren bebaut werde. Ideal wäre eine soziale Durchmischung auch in den beliebten Vierteln.

Schlagworte zum Thema:  Bauwirtschaft, Wohnungsbau

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