Für Eigentümer und Mieter ist sie eine finanzielle Zusatzbelastung, für die Bundesländer eine wichtige Einnahmequelle: Alleine in Berlin werden in diesem Jahr 810 Millionen Euro Grundsteuer in den Haushalt fließen, wie die Senatsverwaltung für Finanzen mitteilt. Das Bundesverfassungsgericht hatte das aktuelle Steuermodell im April für verfassungswidrig erklärt.

In Berlin werden der Senatsverwaltung zufolge in diesem Jahr insgesamt rund 750.000 Wohneinheiten besteuert: 300.000 im Osten und 453.000 im Westen. Eigentümer können die Steuer über die Nebenkosten auch auf die Miete umlegen. Das Grundsteueraufkommen 2017 belief sich demnach auf 805 Millionen Euro.

Durchschnittlich fallen für ein Ein- oder Zweifamilienhaus in Berlin pro Jahr 623 Euro (West) beziehungsweise 290 Euro (Ost) Grundsteuer an. Bei Eigentumswohnungen sind es 302 Euro (West) oder 224 Euro (Ost). Mit einem Pro-Kopf-Aufkommen von 227 Euro liegt Berlin im Vergleich der großen Städte im Mittelfeld, in Potsdam etwa sind es 126 Euro, in Frankfurt am Main 306 Euro. Der Durchschnitt aller Großstädte liegt bei 455 Prozent.

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) fordert die Reform des Grundsteuergeseztes, weil die Bemessungsgrundlagen auf denen die Grundsteuer errechnet wird, darunter Bodenrichtwerte, pauschale Herstellungskosten, Mietpreise oder Ausstattungsmerkmale, völlig überholt sind. Sie stammen von 1964 (Westen) und 1935 (Osten).

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