30.10.2013 | Top-Thema Gewerbeimmobilien-Portale: Funktioniert der Kauf per Klick?

Zusätzliches Akquistionstool

Kapitel
Ist die vermittelte Bürofläche größer, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Sie über ein Internetportal vermittelt wird.
Bild: Volker Mühlenbruch ⁄

„Die Nutzung der größten Immobilienportale bildet eine Ergänzung der klassischen Vertriebskanäle.

Unsere Hauptmotivation liegt darin, ein positives Unternehmensimage aufzubauen und zu pflegen“, stellt Marcus Zorn, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Deutschland, fest. „Selbstverständlich bilden die Portale auch ein zusätzliches Akquisitionstool und erhöhen die Effizienz bei der Kundenansprache: Allerdings nahezu ausschließlich im kleinflächigen Bürovermietungssegment zwischen 150 und 300 Quadratmetern. Gerade bei kleineren Flächen sei der Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis relativ hoch. Großflächige Anfragen von mehr als 1.500 Quadratmetern über das Internet seien die Ausnahme, da hier professionelle Akteure agierten, die direkt mit Immobilienberatern Kontakt aufnähmen.
„Bei Ankäufen setzen wir aufgrund der hohen Transaktionsvolumina der von uns gesuchten Objekte und der komplexen Due-Diligence-Prozesse auf unser umfangreiches Netzwerk und versierte Makler mit profunden Orts- und Objektkenntnissen“, stellt Thomas Schmengler, Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH und Leiter An- und Verkauf, fest. Bei Verkäufen zur Optimierung der Portfolios wolle das Unternehmen künftig bei Objekten bis zu zehn Millionen Euro partiell auch mit Online-Portalen zusammenarbeiten. „Für den Käuferkreis der vermögenden Privatkunden könnte eine solche Vermarktungsplattform durchaus interessant sein“, so Schmengler.
„Für unsere Transaktionen von Gewerbeimmobilien nutzen wir – in Ergänzung zu anderen Vertriebsarten – sowohl das offene Portal als auch das geschlossene Commercial Network von Immobilienscout24. In ausgewählten Fällen bedienen wir uns auch der Portale Immonet und Immowelt“, berichtet Niclas Karoff, Geschäftsführer TLG Immobilien. Insbesondere bei der Vermietung für Büro- und Einzelhandelsflächen, aber zunehmend auch bei der Suche nach Kaufinteressenten spiele die Nutzung von Immobilienportalen eine wesentliche Rolle im Marketing-Mix des Unternehmens.
„Neben der klassischen Beratung über die Gewerbe-Hotline bieten wir Gewerbeflächen aktiv auf unserer Homepage und über das Online-Portal Immobilienscout24 an“, erläutert Matthias Kuntzen, Leiter Gewerberaummanagement, GSW Immobilien AG. Die meisten Anfragen erhalte die Gesellschaft über dieses Portal, weil viele Gewerbetreibende hier nach einem geeigneten Objekt suchten.

Es gibt auch überzeugte Nichtnutzer

Für uns spielt die Vermittlung von Gewerbeimmobilien über Online-Portale keine Rolle – nicht zuletzt deshalb, weil wir mit unseren Investitionen und Vermietungsaktivitäten in der Regel in anderen Größenordnungen aktiv sind. Unser Geschäft lebt von persönlichen Kontakten und unserer guten Vernetzung im Markt“, sagt Hans-Joachim Lehmann, Leiter Immobilientransaktionen bei der HIH Hamburgische Immobilien Handlung.
„Allianz Real Estate setzt aufgrund der Höhe der Investitionsvolumina (ab 50 Millionen Euro pro Objekt) und der besonderen Investitionsanforderungen der Allianz-Gesellschaften hauptsächlich auf ihr eigenes, breit aufgestelltes Netzwerk“, berichtet Pressesprecher Roland Deger.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Strategie

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