30.10.2013 | Top-Thema Gewerbeimmobilien-Portale: Funktioniert der Kauf per Klick?

Mehr als ein Blind Date?

Kapitel
Im Internet finden sich zahlreiche unterschiedliche Plattformen, über die sich Gewerbeimmobilien vermarkten oder vermieten lassen.
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Bei Transaktionen von Gewerbeimmobilien nutzen immer mehr Geschäftspartner das Internet. Das Business steckt trotzdem noch in den Kinderschuhen. Denn all zu oft sind die Angebote nicht gezielt auf Anlagewünsche abgestimmt. Eine Bestandsaufnahme offener und geschlossener Communities.

„Wie finde ich die Richtige?“ Im Wohnimmobilienbereich nutzen laut aktueller Immostudie der Ludwig-Maximilians-Universität München knapp 98 Prozent der Wohnungssuchenden Immobilienportale. In Zeiten schlanker Prozesse müsste dies für den Investment- und Vermietungsmarkt von Gewerbeimmobilien ebenso gelten – doch weit gefehlt. „Effizienz sieht anders aus“, so das Fazit einer Untersuchung der Hawk-Hochschule Holzminden. Angebot und Nachfrage nach Gewerbeimmobilien kommen demnach in 92 Prozent der Fälle über persönliche Direktkontakte zustande. Der Nachteil: Über zwei Drittel der Angebote sind nicht gezielt auf die Anlagewünsche abgestimmt. Die Auswahl binde Personalkapazität. Entsprechend gering sei die Abschlussquote. Bei über 70 Prozent der Befragten führe maximal jedes vierte Angebot zu einem Abschluss.
Im Internet finden sich zahlreiche unterschiedliche Plattformen, über die sich Gewerbeimmobilien vermarkten oder vermieten lassen. Unterscheidungskriterien bilden die Art des Zugangs, die Öffnung für Wettbewerber, die Spezialisierung auf Investments, Vermietungen oder Auktionen, die Qualität der Datenkontrolle, die Reichweite und der Umfang möglicher Zusatzleistungen und nicht zuletzt der Preise. Allen gemeinsam ist die Einschränkung der Haftung für die weitergegebenen Daten. Eine Marktwertermittlung für die eingestellten Objekte findet ebenfalls nicht statt oder muss individuell vereinbart werden. Hier dürften neben dem personellen Aufwand ebenfalls Haftungsrisiken eine Rolle spielen. Geht die Preisfindung vom Makler aus, kann dieser sich unter dem Gesichtspunkt der „positiven Vertragsverletzung“ schadenersatzpflichtig machen, wenn der Verkaufspreis nicht innerhalb einer Bandbreite von zehn Prozent unter oder oberhalb des Verkehrswerts liegt.
Die Gruppe der offenen Plattformen zeichnet sich durch die Öffnung für jedermann aus, bei der höchstens eine Eingabe der persönlichen Daten und einer E-Mail-Adresse erforderlich sind. Durch die Möglichkeit, Einzelanzeigen zu schalten, bedienen sie auch Makler, deren Hauptgeschäft die Vermarktung von Wohnimmobilien ist, oder Vermittler von Gewerbeimmobilien kleinerer Volumina. Nicht überprüft wird hier, ob der Anbieter vom Eigentümer legitimiert wurde, das Objekt mehrmals von unterschiedlichen Maklern angeboten wird oder ob es überhaupt noch zur Verfügung steht. Der Suchende kann zwar nach Ort und Nutzungsart selektiert suchen, muss aber selbst herausfinden, ob das Angebot mit seiner Suche übereinstimmt.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Strategie

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