30.10.2013 | Top-Thema Gewerbeimmobilien-Portale: Funktioniert der Kauf per Klick?

Angebote der Dienstleister

Kapitel
Die Plattform von InvestorFinder bietet sowohl Verkauf als auch Vermietung an.
Bild: InvestorFinder

Einen weiteren geschlossenen Online-Marktplatz von Gewerbeimmobilien ab einer Million Euro bietet InvestorFinder. Zusätzlich zum Verkauf geht es hier auch um Vermietung.

Die in Barcelona ansässige Tekton Consulting bietet über die Marke Immopro24 eine Vermarktungsplattform für Gewerbeimmobilien zum Kauf und zur Vermietung. Das Konzept ist europäisch ausgelegt, in verschiedenen Landessprachen abrufbar und wird ergänzt durch Übersetzungsservices. Unterschieden wird nach offenen, Face-2-Face- und passwortgeschützten Angeboten.
Auch Dienstleister bieten geschlossenene Gewerbeimmobilien-Suchplattformen. Jones Lang LaSalle (JLL) ist seit Februar online und bietet aktuell 3.623 Objekte mit rund 20.000 Einzelflächen an (Stand: September 2013). Noch beschränken sich die Angebote auf das Segment Vermietung und die von JLL beratenen Eigentümer. „Mittelfristig könnte ich mir eine Erweiterung auf das Segment Verkauf und auch die Öffnung für andere Eigentümer durchaus vorstellen“, stellt Kai Zimprich, Head of Online Markets EMEA fest. Das Unternehmen verstehe sich nicht als Konkurrenz zu Anbietern, deren Hauptgeschäft die Bereitstellung der digitalen Plattform sei. Vielmehr punkte es mit seinem Know-how und dem weit verzweigten Netzwerk. Der Immobiliendienstleister Savills bietet über die geschlossene Plattform „Goldenquest“ Gewerbeimmobilien mit einem Investitionsrahmen von bis zu 20 Millionen Euro an. „Unser Fokus liegt nicht auf dem Massengeschäft mit Einmalkunden“, sagt Andreas Wende, Savills-COO Germany und Head of Investment. Das Angebot richte sich vielmehr an Eigentümer und Investoren, die den umfassenden Beratungsbackground des Unternehmens schätzen. „Der Kundenkreis besteht zu 50 Prozent aus institutionellen, zu 14 Prozent aus privaten Investoren, elf Prozent kommen aus dem Kreis der Entwickler und zehn Prozent vonseiten der Banken“, berichtet Wende. Das seit 5,5 Jahren bestehende Portal zähle rund 1.000 aktive Nutzer und etwa 100 Objekte. Bisher seien über 65 Objekte darüber vermittelt worden. Bedient werden nur registrierte Nutzer, die angebotenen Objekte sind exklusiv verfügbar, die Legitimation des Anbieters ist sichergestellt und die Daten, die vom Eigentümer übermittelt werden, werden auf Plausibilität geprüft. „Ziel ist es, die Qualitätssicherung der Daten in Richtung Zertifizierung voranzutreiben. Dies ist allerdings sehr personalintensiv. Denkbar wären beispielsweise Testate unabhängiger Fachinstitutionen für eine technische, kaufmännische und rechtliche Due Diligence“, so Wende.

Höhere Nachfrage erwartet

Ökonomisch Sinn mache dies aber nur, sofern dies von den Marktteilnehmern auch gewünscht und honoriert werde. „Wir gehen davon aus, dass die Vermarktung von Gewerbeimmobilien über das Internet künftig noch deutlich zunehmen wird, schätzungsweise ein Drittel der Umsätze wird in den nächsten drei bis fünf Jahren über Plattformen erfolgen“, prognostiziert Wende. „Wir werden daher verstärkt in diesen Wachstumsbereich investieren, um die Anzahl der Objekte und der Nutzer auszubauen.“

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilien, Strategie

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