Georg Funke, der ehemalige Chef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), ist nach kurzer Krankheit im Alter von 63 Jahren im Ausland verstorben. Das bestätigte sein Anwalt Wolfgang Kreuzer. Zum genauen Todeszeitpunkt machte er keine Angaben. Funke wird maßgeblich mit der Finanzkrise 2008 in Verbindung gebracht. 2017 wurde ihm der Prozess gemacht.

Funke wurde unter anderem wegen des Vorwurfs geschönter Firmenberichte angeklagt. Der Bankmanager selbst hatte stets jede Schuld von sich gewiesen. Der Prozess gegen ihn vor dem Landgericht München wurde dann vor einem Jahr eingestellt. Das Landgericht hatte ihm zuletzt nur noch eine Überschreitung seines Spielraums bei der Bewertung der Liquidität der Bank vorgeworfen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist Georg Funke bereits im Frühsommer gestorben. Was er zuletzt tat, wovon er lebte und wo, habe er verborgen, schreibt das Blatt, es sei eine selbst gewählte Abschottung gewesen Funke sei nach dem HRE-Desaster von verschiedenen Seiten immer wieder angegriffen worden. Er verlegte daraufhin den Wohnsitz nach Mallorca, wo er mit Luxusimmobilien gehandelt haben soll.

Die HRE hatte vor allem gewerbliche Immobilien finanziert und sich das Geld dafür mit Pfandbriefen besorgt. Funke, der am 29.4.1955 in Gelsenkirchen geboren worden ist, war von 2003 bis 2008 Vorstandschef der HRE. Er galt Kritikern als ein "Gesicht der Finanzkrise". Im September 2008 waren nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers neben der HRE auch zahlreiche andere Geldinstitute am Rand des Zusammenbruchs. Funke ist schließlich im Oktober 2008 als Vorstandschef zurückgetreten, nachdem die HRE mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden musste. Die Bank wurde verstaatlicht, aus ihr entstand die Deutsche Pfandbriefbank.

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