Sachsen hat eine Richtlinie zur Förderung des Wohneigentums im ländlichen Raum beschlossen. Sie tritt am 21. Dezember in Kraft. Nach Angaben des Innenministeriums sollen vor allem jungen Familien profitieren, wenn sie Wohneigentum auf dem Land kaufen oder bauen. Geld soll auch für Sanierungen und altersgerechten Umbau fließen. Insgesamt sollen für die Bau- und Sanierungsförderung ab 2019 jährlich 40 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Bei der Bauförderung wird der Bau, der Kauf und die Erweiterung einer Wohnung zur eigenen Nutzung unterstützt. Das Darlehen beträgt zwischen 10.000 und 80.000 Euro.

"Jede Familie und jede Person, die sich mit Wohneigentum an eine kleinere Gemeinde bindet, trägt zur Zukunft des ländlichen Raumes bei. Den Freistaat Sachsen machen schließlich zwei wichtige Säulen aus: unsere Städte und unser ländlicher Raum." Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister Sachsen

Empirica hatte 2016 schon eine Studie zum "Schwarmverhalten in Sachsen" herausgebracht und unter anderem die Landflucht thematisiert. Vielleicht auch deshalb wird 'Ländlicher Raum' nun von der Staatsregierung großzügig interpretiert. Nur Großstädte fallen aus der Förderung heraus.

Förderungen für den Städtebau hatte das Kabinett in Dresden bereits im August abgesegnet. Der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) hat im Oktober ein System vorgeschlagen, das es erlaubt, diese für fünf Jahre bewilligten Fördermittel flexibel einsetzen zu können.

Bau- und Sanierungsförderung: Darlehen an Jahreseinkommen geknüpft

Für die Sanierung von selbst genutztem Wohnraum soll es zwischen 8.000 und 40.000 Euro geben.

Alle genannten Darlehen sind an weitere Bedingungen geknüpft:

  • Das Jahreseinkommen eines Single-Haushaltes darf 60.000 Euro nicht überschreiten,
  • bei Ehe- oder Lebenspartnern liegt die Grenze bei 100.000 Euro, und
  • mit jedem Kind erhöht sich der Betrag um 10.000 Euro.

Die Darlehen werden über die Sächsische Aufbaubank abgewickelt und haben aktuell einen Zins von 0,75 Prozent bei einer Zinsbindung von 25 Jahren. Die Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Lesen Sie auch:

Sachsen will Fördermittel flexibler einsetzen

Wohninvestments: Bis zu zwölf Prozent Rendite in Ostdeutschland

Ostdeutschland: Anleger und Selbstnutzer konkurrieren um Wohneigentum

Landflucht und Studentenhype: Mieten in Leipzig um 35 Prozent gestiegen