Die Stadt Frankfurt am Main will den Wohnungsbau für den Mittelstand fördern. Eine dementsprechende Richtlinie wurde nun überarbeitet. Das teilten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef mit. Neben Darlehen sollen künftig unter anderem auch Zuschüsse zur Wohnungsbauförderung an Bürger vergeben werden, deren Einkommen für eine Sozialwohnung zu hoch und für den freien Wohnungsmarkt zu niedrig ist.

Außerdem wird die Mietpreis- und Belegungsbindung von 20 auf 30 Jahre verlängert. Bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG seien sogar bis zu 50 Jahre möglich, teilten die Politiker weiter mit. Die Eckwerte zu Einkommensgrenzen, Fördermiete und Wohnungsgröße werden ebenfalls verändert.

Schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Menschen suchten derzeit eine Wohnung in Frankfurt, sagte Feldmann. 43 Prozent der Frankfurter Haushalte haben weniger als 2.000 Euro netto zur Verfügung. Die meisten Wohnungen sind für dieses Einkommen zu teuer. Etwa die Hälfte der Frankfurter Bevölkerung lebe in Single-Haushalten.

Alle Haushalte - und nicht mehr nur Senioren und Familien - seien nach der neuen Richtlinie antragsberechtigt, sagte Josef.

Damit hätten dann zwei Drittel der Haushalte ein Recht auf eine geförderte Wohnung. Die vorgesehenen Fördermittel von rund 50 Millionen Euro pro Jahr würden künftig hoffentlich vollständig abgerufen oder gar übertroffen, sagte Josef. Im Haushalt seien bereits weitere 80 Millionen Euro dafür eingestellt.

"Die Wohnungsfrage in den Großstädten wird die soziale Frage in den nächsten Jahren überhaupt sein", betonte Josef.

Dies lasse sich aber nicht nur über wohnungspolitische Instrumente lösen. Es müsse auch über Löhne gesprochen werden.

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