09.09.2016 | Politik

Steuern: Finanzminister wollen an Grundstücksgeschäften partizipieren

Gewerbesteuer: Die Minister wollen künftig bei Grundstücksgeschäften nicht mehr leer ausgehen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Länderfinanzminister wollen eine Reform der Grunderwerbsteuer. Sie fühlen sich von großen Immobilienunternehmen ausgetrickst. Investoren ersparen sich demnach die Grunderwerbsteuer, indem sie nicht Immobilien direkt kaufen, sondern sich am Erwerb beteiligen, also Firmenanteile kaufen (Share Deals). Bis Mitte November wollen die Minister nun Lösungsvorschläge erarbeiten, damit der Staat künftig auch von größeren Immobiliengeschäften profitiert.

Das beschloss die Finanzministerkonferenz am 8. September in Berlin auf Initiative Hessens.

"Man muss es klar benennen: Bei fast jeder größeren Immobilientransaktion guckt der Staat in die Röhre, geht das Gemeinwesen leer aus, weil einzelne nur an den eigenen Profit denken", sagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). In der Praxis werde jeder kleine Häuslebauer besteuert, während millionenschwere Grundstücksgeschäfte von Immobiliengesellschaften trickreich am Fiskus vorbei geschummelt würden.

Eine konsequente Besteuerung aller Grundstücksübertragungen wäre nicht nur gerecht. Sie würde auch weit mehr Geld einbringen, so Schäfer weiter. Dieses Geld könne dann dafür genutzt werden, die Grunderwerbsteuer insgesamt zu senken.

Lesen Sie auch:

Einnahmen durch Grunderwerbsteuer mit 11,2 Milliarden Euro auf neuem Rekordwert

Grunderwerbsteuer: Regierung in Baden-Württemberg plant Erhöhung auf 6,5 Prozent

BFH: Grunderwerbsteuer kann auch für Baukosten fällig werden

Berlin: Immobilienboom lässt Grundstückspreise explodieren

Schlagworte zum Thema:  Grunderwerbsteuer, Politik, Steuern, Grundstücksverkauf, Immobilienunternehmen

Aktuell

Meistgelesen