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Finanzausschuss stärkt Bausparkassen

Sonstige Baudarlehen dürfen in höherem Umfang gewährt werden
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Die Bausparkassen sind in der Niedrigzinsphase unter Druck geraten. Zum Ausgleich hat der Finanzausschuss am 2. Dezember den Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Bausparkassen beschlossen: Dadurch werden die Geschäftsfelder der Spezialinstitute erweitert. Unter anderem sollen höhere Darlehen auf Immobilien ausgegeben werden dürfen. Einwände gab es seitens der Opposition.

Die Koalitionsfraktionen stimmten nach Vornahme einiger Änderungen für den Entwurf, die Oppositionsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen.
Von der CDU/CSU-Fraktion hieß es, die Bausparkassen hätten sich in der Finanzkrise als Lichtblicke im Bankenwesen erwiesen. Nachdem sie durch die Niedrigzinsen belastet wurden, sollen ihnen nun Möglichkeiten gegeben werden, Geld besser anzulegen, zum Beispiel in Aktien.

Außerdem sollen Bausparkassen höhere Darlehen auf Immobilien ausgeben dürfen. Die bisherige Grenze von 80 Prozent des Beleihungswertes fällt weg. Die SPD sah in den erweiterten Anlagemöglichkeiten der Bausparkassen keine unzumutbaren Risiken, verlangte trotzdem jedoch eine Überprüfung im Jahr 2018. Bausparkassen seien auch in Zukunft notwendig, um den Wohnungsbau anzukurbeln.

Für die Linksfraktion werden die Risiken durch die Ausweitung der Geschäftsfelder unkalkulierbar. Kreditnehmer von Sofortdarlehen seien bei einem Zusammenbruch einer Bausparkasse nur unzureichend geschützt. Außerdem werde es weiterhin zu Kündigungen älterer Bausparverträge mit höheren Zinsen kommen, erwartet die Linksfraktion.

Für Bündnis 90/Die Grünen reagiert der Gesetzentwurf nicht auf Fehlentwicklungen im Bausparkassenwesen. Das Geschäftsmodell der Bausparkassen stehe schon lange unter Druck, weil die Zinsen schon seit vielen Jahren sinken würden. Hinter der Fassade der Bausparkassen finde schon lange was anderes statt. Die Koalition verschiebe die Probleme nur.

Bausparkassen können nun Pfandbriefgeschäfte betreiben

Mit der Gesetzesänderung wird den Bausparkassen außerdem die Möglichkeit eingeräumt, auch das Pfandbriefgeschäft zu betreiben. Dadurch würden die Bausparkassen kostengünstige Refinanzierungsmöglichkeiten erhalten, etwa für die Gewährung von Darlehen oder zur Finanzierung von Neutarifen.

Die Bausparkassen erhalten außerdem die Möglichkeit, in höherem Umfang als bisher sonstige Baudarlehen neben den eigentlichen Bausparkassendarlehen zu gewähren. Die Maßnahme werde positive Auswirkungen auf die Ertragslage der Bausparkassen haben, erwartet die Regierung.

Mit den Änderungsanträgen der Koalition wurde auch eine Bestimmung aus dem ursprünglichen Entwurf entfernt, die für die finanzierten Immobilien den Abschluss einer Gebäudeversicherung vorschrieb. Die ab 2017 vorgesehene Möglichkeit des Aktienerwerbs ist begrenzt. So dürfen nur bis zu fünf Prozent der so genannten Zuteilungsmasse in Aktien investiert sein.

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