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Expo Real 2016: Von Brexit bis Flüchtlingspolitik

Expo Real: Volle Hallen und viel Diskussionsstoff erwartet die Messeleitung auch in diesem Jahr
Bild: Lukas Barth/ Messe München GmbH

Die Immobilienmesse Expo Real lädt erneut in der ersten Oktoberwoche zum Investoren-Stelldichein. Rund 1.700 Aussteller aus mehr als 30 Ländern präsentieren sich auf der Messe München. Die Investmentstrategien angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage sorgen in diesem Jahr für reichlich Gesprächsstoff.

Die Expo Real wächst weiterhin gesund und nachhaltig. Prägend für das internationale Bild sind neben Unternehmen der Immobilienwirtschaft vor allem Städte und Regionen aus ganz Europa – von Stockholm bis Rom, von Lissabon bis Moskau. Dazu bündeln wieder mehrere Länderpavillons interessante Aussteller aus den jeweiligen Märkten.

„Die Ausstellernachfrage ist hoch, die sechs Messehallen mit 64.000 Quadratmetern sind komplett ausgebucht“,

freut sich Messechef Klaus Dittrich auf den Start. Unterschwellig werde auch der Wandel in der Immobilienbranche auf der Messe mitschwingen, sagt Dr. Frank Pörschke, CEO JLL Germany. Auch wenn die Brexit-Folgen für die Wirtschaft allgemein als negativ beschrieben werden, bleibt Pörschke Optimist und setzt auf tragfähige und möglichst zeitnahe Vereinbarungen. Mit Blick auf Kontinentaleuropa biete der Brexit durchaus auch die Chance, erforderliche Reformen voranzutreiben. Einen interessanten Zusammenhang stellt Pörschke hinsichtlich der Besorgnis erregenden Terroranschläge der vergangenen Monate her. „Mit diesen Schreckensszenarien werden wir leben lernen müssen. Hierzu zählt auch die Herausforderung, die Sicherheitsstandards so zu erhöhen, dass die Anschlagsrisiken zumindest reduziert werden – insbesondere auch in Immobilienobjekten.“

Vorbereitung auf Brexit-Folgen

„Berlin wird vom aktuellen Interesse ausländischer Investoren vor allem mittelfristig profitieren. Zunächst kommt die Phase der Unsicherheit, in der sich beinahe täglich Einzelheiten zum EU-Austritt Großbritanniens verändern. Jetzt wollen viele Unternehmen ihre Optionen und Perspektiven prüfen, auch in Berlin“,

meint Thomas Becker, Head of Acquisitions, Rubina Real Estate GmbH.

Passend dazu wird Berlin (und auch Barcelona mit dem Projekt Plan 22@) als Stadt der Zukunft  im „Intelligent Urbanization Forum“ präsentiert. Das Projekt „Berlin TXL“ widmet sich der Zukunft des Flughafens Berlin-Tegel nach dessen Schließung. Geplant ist dort ein Forschungs- und Industriepark.

Der Gemeinschaftsstand Rhein-Neckar zählt inzwischen zu den größten der Messe und vereint viele Partner aus der Region.
Bild: AlexSchelbert.de

Für grundlegende Entscheidungen wie Standortverlagerungen aus UK heraus ist es zwar aktuell noch zu früh. Doch in der Region Rhein-Neckar ist man zumindest vorbereitet.

„Wir werden die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, um Rhein-Neckar zum passenden Zeitpunkt als Standort für britische und internationale Unternehmen konkret ins Spiel zu bringen“,

so Stefan Orschiedt, Leitung Standortmarketing/ Wirtschaftsförderung der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.

Der Gemeinschaftsstand zählt inzwischen zu den größten der Messe und vereint viele Partner aus der Region wie ABB Grundbesitz, BASF, Beegy, Diringer & Scheidel, Freudenberg Real Estate, MVV Energie oder SAP, um nur einige zu nennen.
Man positioniere sich 2016 zudem als „Digitale Modellregion“, erklärt Orschiedt. Im Zentrum steht die intelligente Vernetzung im Bereich der öffentlichen Infrastrukturen. Immerhin gilt der Rhein-Neckar-Kreis als bedeutendster Standort der IT-Branche in Deutschland und als „Smart County“. Weiterer Schwerpunkt der Metropolregion ist das Thema Konversion: Auf den Patton Barracks wächst der Heidelberg Innovation Park (HIP) – ein Hotspot für Unternehmen aus den Bereichen IT, digitale Medien und Industrie 4.0. Ein erster Markstein wird das Geschäftsentwicklungszentrum „Organische Elektronik“. Auf den Taylor Barracks in Mannheim entsteht zudem ein innovativer grüner Gewerbepark mit elektromobilem Lieferverkehr.

Schlagworte zum Thema:  Expo Real, Veranstaltung, Immobilienmesse, Immobilienwirtschaft, Brexit

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