Im Mai wurde die vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen initiierte Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen geschlossen. Auch auf Bundesebene spielt das Thema eine große Rolle. Wie groß, darüber sprachen Baustaatssekretär Gunther Adler und weitere Experten aus Politik und Forschung am zweiten Messetag der Expo Real 2018.

Wohnungsunternehmen in Deutschland sollen durch die GdW-Rahmenvereinbarung die Möglichkeit erhalten, ihre Wohnungsneubauprojekte schneller, einfacher und kostengünstiger zu realisieren. Das hatte im Mai, nach Abschluss des vorangegangenen europaweiten Wettbewerbs, auch das Bundesbauministerium befürwortet und neben dem Hauptverband der Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer die Vereinbarung unterzeichnet.

Baustaatssekretär Gunther Adler versprach sich damals einen "Auftrieb für das serielle und modulare Bauen". Im Gespräch mit Moderator Michael Neitzel vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWis), Lothar Fehn Krestas, Unterabteilungsleiter Bauwesen und -wirtschaft im Bundesbauministerium, Dr.-Ing. Arnd Rose, Referent beim Berliner Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), und Daniel Barthold, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), ging es um die Pläne und Absichten des Bundes.

Bezahlbarer Wohnraum für Bundesbedienstete

Baustaatssekretär Gunther Adler eröffnete die Diskussionsrunde mit einem Grußwort. Das Thema des seriellen und modularen Bauens sei nicht neu, sagte Adler. Bereits 2014 habe man es intensiv im Vorfeld des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen diskutiert. Daraus sei letztendlich die im Mai dieses Jahres abgeschlossene GdW-Rahmenvereinbarung hervorgegangen. Auch auf Bundesebene sei das Thema von Interesse: Es fehle an bezahlbarem Wohnraum für Bundesbedienstete in Arbeitsplatznähe. Hier wolle der Bund tätig werden und selbst in den Wohnungsbau einsteigen.

Dabei wolle man als gutes Vorbild vorangehen, so der Staatssekretär:

"Die Platte 2.0 wird nicht die Visitenkarte unserer Baukultur", (Baustaatssekretär Gunther Adler)

Varianz und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund

Mit den neuen Wohnungen verfolge die Bundesregierung vor allem ein Ziel, erklärte Fehn Krestas, Unterabteilungsleiter Bauwesen und -wirtschaft im Bundesbauministerium: Es solle nachhaltig ein qualitätsvoller Wohnungsbestand geschaffen werden. Dabei gehe es nicht darum, mit dem seriellen und modularen Bauen das komplette Bauwesen umzukrempeln, sondern es als eine Option, schnell neuen Wohnraum zu schaffen, zu sehen.

Um die Bekanntheit und Akzeptanz dieser Bauweise zu steigern, müsse der Bund seine Anstrengungen, ihre mögliche Vielfalt und Varianz zu zeigen, intensivieren, sagte Fehn Krestas.

BImA prüft eigenes Ausschreibungsverfahren

Mit dem Bau der neuen Wohnungen für Bundesbedienstete wird die BImA betraut. Aktuell gehören ihr 36.500 Wohneinheiten, zukünftig sollen es wieder mehr werden.

"Wir wollen keine neue Vonovia werden", (Daniel Barthold, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA))

Stattdessen stünden Überlegungen im Raum, möglicherweise ein eigenes Ausschreibungsverfahren in Anlehnung an die GdW-Rahmenvereinbarung durchzuführen. Zunächst habe man sich jedoch vorgenommen, in größerem Maße Grundstücke aus dem Besitz der BImA vergünstigt an Kommunen abzugeben, um so den Bau bezahlbarer Wohnungen zu unterstützen. Aber auch selbst will die BImA tätig werden: Man prüfe verfügbare Flächen, um dort eigene Wohnungen für zum Beispiel Zöllner und Bundespolizisten zu schaffen. 

Technologische Potenziale und Skaleneffekte nutzen

Das BBSR wird die Pläne und Vorhaben des Bundes im Rahmen einer evaluierenden Forschung begleiten. Die größten Skaleneffekte erwarte er im Bereich der Bauplanung, erklärte Dr.-Ing. Rose vom BBSR. Generell gehe es darum, Möglichkeiten zu finden, Bauvorhaben zu beschleunigen und Baukosten zu senken. Die Forschungsergebnisse würden dafür zukünftig wichtige Anhaltspunkte liefern.

Lesen Sie auch:

Wohnungsbedarf und Bestand: Wird die Lücke größer?

Wohngipfel 2018: "Koalition beim Wort nehmen"

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Neubau, Baugenehmigung, Bund