Traditionell findet am dritten Messetag der CareerDay statt. Und der zieht vor allem junge Brancheninsider (oder solche, die es werden wollen) an. Bild: Messe München

Einen Überblick über Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten in der Immobilienwirtschaft erhält man auf dem diesjährigen Expo Real CareerDay in München.

Die jährliche Erhebung der Gesellschaft gif hat einmal mehr ergeben: Die Jobaussichten in der Immobilienbranche sind derzeit sehr gut. Egal ob als gelernter Immobilienprofi oder als Quereinsteiger: Tätigkeitsfelder und Karrieremöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle.

„Die Jobaussichten für Immobilienprofessionals sind sehr gut“, fasst Martina Herrmann, Leiterin der Geschäftsstelle bei der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung gif, die Ergebnisse der jährlichen Erhebungen der Gesellschaft zusammen.

Firmen suchen momentan händeringend qualifizierten Nachwuchs für die Errichtung, Vermarktung und Betreuung von Immobilien, da der Altersdurchschnitt der Branche inzwischen im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen überhöht ist und die Demografieentwicklung und der Fachkräftemangel die Personalverantwortlichen alarmiert. Laut Untersuchungen des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW müssen allein in den Mitgliedsunternehmen pro Jahr etwa 2.000 Stellen neu besetzt werden, darunter auch viele Stellen in Führungspositionen.

Tätigkeitsfelder und Karrieremöglichkeiten hat die Branche in Hülle und Fülle zu bieten, sodass die unterschiedlichsten Persönlichkeiten mit diversen Ausbildungswegen ihre Berufung finden können. Gefragt sind vor allem serviceorientierte, interdisziplinär denkende Fachleute, weniger die klassischen Verwaltertypen. Fest steht: Für die Führungsebene ist ein Studienabschluss unabdingbar. Laut Untersuchungen der gif schätzen die meisten befragten Firmen bei jungen Bewerbern Abschlüsse mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt, doch auch BWLer, Stadtplaner, Ingenieurwissenschaftler und Absolventen anderer Fächer haben gute Chancen auf einen Job.

Studienabsolventen der Immobilienwirtschaft oder des Immobilienmanagements sind momentan beispielsweise besonders in der Projektentwicklung sowie im Asset oder im Property Management begehrt. Vor allem in den Großstädten, wo der Wohnraum knapp ist, ist jedoch auch der Bedarf an Mitarbeitern im Facility Management groß, schließlich müssen immer mehr Immobilien verwaltet und bewirtschaftet werden. Nicht nur Wohnungs-, Bau- und Immobilienunternehmen sind jetzt auf der Suche nach Immobilienexperten mit Bachelor- oder Master-Abschlüssen, sondern vermehrt auch Versicherungen, Banken und Beratungsgesellschaften. Schließlich geht es immer mehr auch darum, den Wert und das Potenzial von Immobilien einzuschätzen und Investitionsentscheidungen zu treffen.

„Wer in die analytischen Bereiche der Immobilienwirtschaft wie Portfoliomanagement, Controlling oder die Risikosteuerung vordringen möchte, sollte heute unbedingt ein Hochschulstudium absolvieren“,

empfiehlt Professor Tobias Just, Leiter der IREBS Immobilienakademie.

Auch Quereinsteiger sind gefragt

Doch auch Nichtakademiker und Quereinsteiger haben glänzende Aussichten auf dem Arbeitsmarkt der Branche: Verkaufs- und Kommunikationstalente werden beispielsweise als Makler momentan stark nachgefragt, und hierfür wird juristisch gesehen keine besondere Vorbildung benötigt, eine immobilienwirtschaftliche Weiterbildung ist jedoch von Vorteil. Mindestens eine kaufmännische Lehre ist sinnvoll, wenn man in anderen Feldern, wie etwa in der Verwaltung, unterkommen möchte. Ideal ist dafür eine Ausbildung als Immobilienkaufmann oder -kauffrau.

Sehr gute Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt haben auch Immobilien­ökonomen, wenn sie bereit sind, sich weiterzubilden. Denn sie benötigen solide betriebswirtschaftliche Kompetenzen bis hin zu Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung, wenn sie Karriere machen wollen; sie müssen sich im Marketing auskennen, um der Leerstandsentwicklung entgegenzuwirken; sie benötigen technische Kompetenzen gerade im Bereich Energietechnik, doch auch Kenntnisse im allgemeinen Management und in der Personalführung dürfen nicht fehlen.

Laut der Untersuchung der gif sind unter den „harten Qualifikationen“ für die Unternehmen bei jungen Bewerbern besonders folgende Kenntnisse wichtig: immobilienspezifische Kenntnisse, Computerkenntnisse, Sprachkenntnisse, gefolgt von Mathematikkenntnissen, Kenntnissen von regulatorischen Rahmen und Finanzmarktkenntnissen. Als weitere weichere Faktoren wurden von den Firmen Flexibilität, Ehrlichkeit, soziale Kompetenzen, persönliches Auftreten, Vertriebs­orientierung, Talent zum Netzwerken, Projekterfahrung und Selbstständigkeit genannt. International orientierte Immobilienunternehmen legen neben Sprachkenntnissen Wert auf die interkulturelle Kompetenz der Bewerber und Auslandserfahrungen in Form von Praktika und Studienaufenthalten im Ausland.

Der Direkteinstieg und Praktika sind laut gif die häufigsten Einstiegsmöglichkeiten in die Immobilien- und die Wohnungswirtschaft. Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten bieten jedoch auch den Einstieg über ein so genanntes duales Studium oder über ein Traineeprogramm an.

Große Firmen zahlen am meisten

Auch finanziell überzeugt die Immobilienbranche als ein lukrativer Arbeitgeber, der sämtlichen Konjunkturschwankungen trotzt und sich durch eine hohe Stabilität auszeichnet. Grundsätzlich gilt laut gif-Auswertung: Je größer das immobilienwirtschaftliche Unternehmen, desto höher ist das Einstiegsgehalt. Momentan liegt es für Studienabsolventen im Durchschnitt noch unter 40.000 Euro jährlich, bei gro­ßen Firmen über 500 Beschäftigten jedoch auch zwischen 40.000 und 50.000 Euro und vereinzelt mehr.
Laut dem „Property & Construction Report“, den die Personalberatung Mi­­chael Page 2015 veröffentlicht hat, verdient ein berufserfahrener deutscher Asset Manager im Durchschnitt zwischen 65.000 und 90.000 Euro pro Jahr. Wer bereit ist, in den Nahen Osten zu gehen, steigt bereits bei 95.000 Euro ein und kann bis zu 110.000 Euro verdienen. Bei Facility Managern in Deutschland liegt die Gehaltsspanne zwischen 50.000 und 75.000 Euro jährlich. Traditionell niedriger sind Gehälter bei den Maklern: In Deutschland liegen sie laut dem Gehaltsreport von Michael Page bei 45.000 bis 60.000 Euro pro Jahr. Moritz von Schaumann-Werder, Executive Manager bei Michael Page, verweist jedoch auf die Provisionen, die zu diesem Fix-Gehalt hinzukommen:

„Ein erfolgreicher Makler kann einiges wettmachen. Zudem sind für die Maklerberufe die Anforderungen an die fachliche Qualifikation nicht so hoch wie bei anderen Jobs in der Immobilienbranche.“

Der Wille zum lebenslangen Lernen sollte für jeden Karrierewilligen in der Immobilienbranche selbstverständlich sein, wenn er nicht nur einsteigen, sondern auch aufsteigen möchte. Fast alle von gif befragten Unternehmen gaben an, dass ihnen dies äußerst wichtig bis sehr wichtig sei. „Mit einer soliden Ausbildung legt man nur die Weichen“, sagt IREBS-Leiter Professor Tobias Just:

„Gerade in der Immobilienwirtschaft ist ein ständiges Nachjustieren des Wissens nötig, weil sich der Kenntnisstand und die Erwartungen der Unternehmen ständig weiterentwickeln. Man braucht Ingenieurfertigkeiten, Stadtplanungsfertigkeiten, betriebswirtschaftliche Fertigkeiten – und das Wissen überaltert immer schneller.“

Expo Real: Karriere pushen auf dem CareerDay

Einen Überblick über Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten in der Immobilienwirtschaft erhält man auf dem diesjährigen Expo Real CareerDay in München.

Bild: Messe München

Studenten, Absolventen und Young Professionals können hier am Donnerstag, 6. Oktober 2016, zwischen 09:00 und 14:00 Uhr ins Gespräch mit 22 potenziellen Arbeitgebern kommen und ihre Bewerbung besprechen.

Vertreten sind Branchengrößen wie CBRE, Corpus Sireo, BNP Paribas Real Estate, Drees & Sommer, JLL, PWC etc.


Schlagworte zum Thema:  Expo Real, Veranstaltung, Immobilienmesse, Immobilienwirtschaft

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