22.09.2015 | Top-Thema Expo Real 2015: Messespecial

Was die Aussteller bewegt

Kapitel
Die Bremer Diskussion um die sogenannte Heuschreckensteuer ist für die Gewinnung von neuen Investoren nicht gerade förderlich.
Bild: Alex Schelbert/Messe München GmbH

Wolf-Hagen Grups, derzeitiger Geschäftsführer von DAVE, ist überzeugt, dass im Bereich gewerbliche Immobilieninvestments zukünftig eine deutliche Kreativitätssteigerung bei Immobilienprodukten gefragt ist.

Nicht nur aufgrund des Mangels an Core-Produkten sei bei Investoren ein neues Nachfrageverhalten entstanden. Grups weiter: „Während man noch vor einigen Jahren in „nur“ eine oder zwei klassische Asset-Klassen investiert hat, sind heute auch Nischenthemen, gemischte, d. h. hybride Produkte und Lagen, neben den A-Standorten gefragt. Diese Nachfrage kann häufig nur durch Kreativität entsprochen werden.“

Der Immobilienprofi Grups gibt weitere Antworten wie diese: „Auch die starke Individualisierung des Nutzer- und Investorenverhaltens muss sich zukünftig in der Produktvielfalt widerspiegeln. Neben der Kreativität, die sich am Bedarf ausrichten muss, ist Know-how im Umgang mit Kommunen und Stadtplanern notwendig, um die beste und vermarktungsfähige Lösung zu finden.“

Was in der Praxis mit kreativem Willen machbar ist, zeigt das Refurbishment bzw. die Umnutzung alter Büroimmobilien aus den 50-er bis 70-er Jahren. Sie funktionieren heute häufig nicht mehr in Verbindung mit moderner Kommunikation, Flächeneffizienz sowie technischem und architektonischem Erscheinungsbild. Je nach Standort lohnt sich die Bestandsoptimierung hin zu hybriden Nutzungsstrukturen.

 

"Heuschreckensteuer" ist auch ein Thema

Jens Lütjen, Inhaber von Robert C. Spies, und mit etwa 15 Mitarbeitern u. a. am Stand vom Land Bremen und am Hamburg-Messestand aktiver Partner, ist aktuell die Bremer Diskussion um die sogenannte Heuschreckensteuer ein Dorn im Auge. Die rot-grüne Koalition der Wesermetropole möchte den Grunderwerb durch Immobilienspekulanten beschneiden. Demnach sollen Finanzinvestoren oder Immobilienkonzerne, die an der Weser größere Wohnungsbestände aufkaufen, statt bisher 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer künftig 19 Prozent zahlen.

Dabei sei gerade für den B-Standort Bremen mit starkem Bedarf an Investoren auch jenseits der Weser ein gemeinschaftliches Denken aller Akteure für eine emotionale City mit nachhaltiger Markenprägung wichtig, meint der Kenner der Immobilienmärkte im Norden. Jens Lütjen spielt auf den Rückzug des spanischen Investors Sonae Sierra an, der sich zunächst für einen Mix aus Shopping, Wohnen und Arbeiten in der Bremer City engagieren wollte. Der Bedarf von Projekten auch jenseits von fünf bis 15 Mio. Euro sei allerdings weiterhin hoch, fordert Lütjen mehr Engagement im Sinne der weiter wachsenden Hansestadt. Angesichts niedriger Zinsen sei Core hier weiterhin mit riesigen Chancen verbunden. Immerhin handle es sich um den fünftgrößten Industriestandort Deutschlands, so Lütjen zu „seiner“ Stadt an der Weser.

Zu den weiteren Kapiteln:

Auch 2015 - Viele Chancen, viel Verunsicherung, viel Anlegergeld

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Schlagworte zum Thema:  Expo Real, Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Immobilienbranche

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