04.09.2014 | Top-Thema Expo Real 2014

Zunehmende Risikobereitschaft

Kapitel
Planen, investieren – und viele Gespräche führen: Darum wird es auch in diesem Jahr auf der Expo Real gehen.
Bild: Alex Schelbert/Messe München GmbH

Was sagen Investoren, Fondsinitiatoren & Co. zum momentanen Stimmungsumfeld?

Nikolai Dëus-v. Homeyer, Geschäftsführer NAS Invest GmbH, spricht von einem Scheidepunkt, zu dem die diesjährige Expo Real stattfindet: „Anleger und auch Banken zeigen zunehmende Risikobereitschaft in ihren Aktivitäten. Das geopolitische Umfeld und die weiteren Maßnahmen der Zentralbanken spielen die entscheidende Rolle in der Frage ob Core- oder Non-Core-Strategie. Hier gilt es, das Geschehen eng zu verfolgen und seine Investments intelligent anzupassen.“
Homeyer, zuletzt bei Corestate, hat kürzlich seine eigene Firma gegründet, spezialisiert auf Immobilieninvestment in Berlin und Norddeutschland. Hier will er vor allem in der Nische zwischen zwei und 20 Millionen Euro aktiv sein, „da dieses Volumensegment für Privatleute oft zu groß und für Professionelle oft zu klein ist“.
„Die Verunsicherung könnte ein stetiger Wegbegleiter werden“, brachte es Rainer Eichholz, seinerzeit Vorstandsmitglied von Hochtief Solutions und mittlerweile im Vorstand bei der Bremer Zech Group, schon vor gut drei Jahren auf den Punkt. Trotzdem würden sich immer noch genug Gelegenheiten für gute Geschäfte bieten.
„Erstklassige Standorte, überzeugende Nutzungskonzepte, werthaltige und städtebaulich anspruchsvolle Architektur unter nachhaltigen Gesichtspunkten sind gestern wie heute die Parameter bei der Entwicklung von renditestarken Hochtief-Projekten“, so Gabriele Stegers von Hochtief Solutions. Mit dem Börsentor plant Hochtief Projektentwicklung im Frankfurter Zentrum aktuell die Fertigstellung einer Büro- und Geschäftsimmobilie mit 3.800 Quadratmeter Mietfläche zum Herbst. In unmittelbarer Nähe zum Kölner Hauptbahnhof und in Sichtweite des Doms werden 26.000 Quadratmeter flexibel nutzbarer Bürofläche erstellt. Hinter den historischen Fassaden der ehemaligen Königlichen Eisenbahndirektion am Konrad-Adenauer-Ufer 3 wird das viergeschossige Bestandsgebäude mit Ausnahme der unter Denkmalschutz stehenden Bereiche – Fassade, Teile der Eingangshalle, Treppenhaus – neu gebaut.
Nur ein Beispiel von vielen, das Robert Bambach, Geschäftsführer der HT Projektentwicklung, zufrieden stimmt: „Wir sind in diesem Jahr bislang sehr erfolgreich in der Vermietung und im Verkauf unterwegs. Die positive Grundstimmung, die wir dabei erleben, erwarten wir so ebenfalls ohne jede Übertreibung auf der Expo Real.“ Bambach will die Messe nutzen, um mehr über die Investorenwünsche zu erfahren, Einschätzungen einzuholen und natürlich die Bedingungen der finanzierenden Partner auf den neuesten Stand zu bringen und abzugleichen.

Kein Mangel an Gesprächsstoff

„An Gesprächsstoff wird es auf der Expo Real nicht mangeln. Was die Branche aus unserer Sicht bewegt, sind Themen wie die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer sowie die Überhitzung der Grundstückspreise. Mal ein Fazit ziehen zu können, wie groß beispielsweise die seit geraumer Zeit artikulierte Bereitschaft für Core-plus, Value-add, Nebenlagen, B- oder C-Standorte tatsächlich ist, wäre hilfreich. Die aktuellen Renditeanforderungen und die damit verbundene Preisentwicklung insbesondere im Wohnungsbau werden gleichfalls Inhalte auf der Messe sein. Dabei wird sicherlich die Mietpreisbremse eine nicht unerhebliche Rolle spielen.“ Bambach gehen die Gesprächsthemen sicher nicht aus, denn auch die Situation an manchen Standorten, dass der Wohnungsbau Aktivitäten im Büroneubau zurückdrängt, ist aus seiner Sicht ein weiteres Thema, mit dem sich Kommunen, Entwickler und Investoren auf der Messe gemeinsam beschäftigen sollten – ebenso wie mit den Chancen von Refurbishments und ihrer wachsenden Bedeutung.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Expo Real, Immobilienbranche

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