04.09.2014 | Top-Thema Expo Real 2014

Passende Assets fehlen

Kapitel
Auch für den aufstrebenden Logistikmarkt hat die Expo Real die passende Fachgemeinschaft zu bieten.
Bild: Alex Schelbert/Messe München GmbH

Ein erheblicher Teil der Messegespräche wird sich nach Meinung von Thilo Wagner, Director of Investment Germany, TIAA Henderson Real Estate, darum drehen, welche Immobilien am Markt verfügbar sind.

Es sei ja genügend Eigen- und Fremdkapital am Markt vorhanden, allein die passenden Assets fehlten.
„Natürlich haben die Immobilienpreise angesichts des Nachfrageüberhangs angezogen. Aber mit entsprechendem Marktzugang lassen sich nach wie vor gute Objekte akquirieren und finanzieren“, sagt Dirk Hasselbring, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Trust. Der Immobilienmanager hat den Anlagehorizont auf Spezialformen des Wohnens ausgedehnt, die bislang weniger im Fokus der „breiten Masse“ standen, zum Beispiel Senioren- und Studentenwohnungen oder auch Mikroapartments. Diese zielgruppengerechten Wohnformen werden, so Hasselbring, zukünftig weiter an Bedeutung und Marktanteilen gewinnen, auch für indirekte Investments. Entscheidend sei aber zunächst immer die Qualität des (Makro- und Mikro-) Standorts und darüber hinaus Konzept und Projektpartner.

Netz statt Tüte: Auswirkungen des E-Commerce

Das Beleuchten der Spezialmärkte wie Hotel- und Logistikimmobilien steht bei der dreitägigen Messeveranstaltung naturgemäß ebenso an wie Auswirkungen des E-Commerce auf den Handel und der Bereich Facility Management oder die Welt der Kreuzfahrtschiffe, Casinos oder Freizeitparks.

Diskussionsbeiträge wie „Netz statt Tüte: Wie ergänzen sich Online-Vertriebskanäle mit dem stationären Handel?“ dürften für zahlreiche Besucher sorgen. Unter dem Titel „Retail and city centres“ geht es darüber hinaus um die Online-Retail-Explosion als Herausforderungen an Städte.

Ein Wachstumsfeld ist das Refurbishment, das auf der Expo nicht zu kurz kommen soll. Vorhandene Mieter halten, neue Händler anlocken, Frequenzen steigern, Innovationen ermöglichen, Kosten im Griff haben – so lauten einige der Aufgaben beim Asset Management, um marktfähig zu bleiben.


Zuwachs aus Rumänien und Tschechien

Neben den klassischen Märkten aus Mittel- und Westeuropa waren letztes Jahr auch zahlreiche Länder aus Ost- und Südosteuropa vertreten.

„Ich möchte unbedingt erwähnen, dass wir zwei Vereinbarungen im Wert von 1,7 Milliarden Euro unterzeichnet haben“, wurde Irina Babyuk, Vorsitzende des Ausschusses für Investitionen von St. Petersburg, im Vorjahr zitiert. Ob das in der momentanen Situation um Putin und den Ukraine-Konflikt so weitergehen wird, ist weniger zu vermuten. Eugen Egetenmeir spricht von relativ konstanten Ausstellerzahlen – und fast alle Länder Ost- und Südosteuropas, die letztes Jahr auf der Messe vertreten waren, seien auch dieses Jahr wieder dabei. Aus Rumänien und der Tschechischen Republik gebe es sogar einen leichten Zuwachs, dafür ist Montenegro dieses Jahr nicht dabei.

Logistik Campus zum Festpreis

Zu den etablierten Fachgemeinschaften zählen mittlerweile im Logistikbereich der LogReal Campus. Full Service zum Festpreis macht den Stand auch für kleinere Unternehmen interessant. Das Potenzial für Investoren ist unübersehbar. Während in den Jahren 2007 bis 2011 Logistikimmobilien einen Anteil von rund sieben Prozent am gewerblichen Transaktionsvolumen in Deutschland hatten, lag der Anteil in 2012 bereits bei neun Prozent und stieg Anfang 2013 auf zehn Prozent. Diese Entwicklung lässt immer mehr Investoren über Logistikinvestments in Deutschland nachdenken.

Für die Garbe Logistic AG aus Hamburg ist die Expo Real nach Aussage von Vorstand Jan Dietrich Hempel eines der zentralen Events, vor allem für den Dialog mit Investoren und Bestandshaltern, teils aber auch mit größeren Mietern. Die Garbe-Gruppe ist im Markt als Entwickler, Fund- und Assetmanager für Logistikimmobilien und mit der Immobilien-Projekte GmbH auch als Entwickler im Wohnbau tätig. Die Entwicklungsaktivitäten werden schon seit einiger Zeit stark auf das Zukunftsthema Flächenkonversion und Umgestaltung von Bestand abgestimmt,  als Antwort auf die schon drückende Flächenknappheit, so Hempel. Dieses Thema gelte es Investoren zu erklären, da hier viel Potenzial zu heben sei, aber ein Mangel an Information oft noch Vorbehalte erzeuge.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Expo Real, Immobilienbranche

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