04.09.2014 | Top-Thema Expo Real 2014

Gemeinschaftsstände mit Städteprofil

Kapitel
Städte und Kommunen wie Bremerhaven sind mit Gemeinschaftsständen zweitgrößte Ausstellergruppe auf der Messe.
Bild: Alex Schelbert/Messe München GmbH

Städte und Kommunen sind im Rahmen der Gemeinschaftsstände zweitgrößte Ausstellergruppe.

Alle Vorjahresaussteller sind laut Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München International, wieder dabei. Aus dem Ausland gebe es ebenfalls positive Entwicklungen. So präsentieren sich unter dem Titel „European Leading Cities“ die Städte Göteborg, Lyon und Birmingham gemeinsam auf einem Stand. Birmingham und auch Cardiff sind zum ersten Mal auf der Expo Real vertreten. Zusammen mit Glasgow und Edinburgh, die bereits in den Vorjahren teilnahmen, beteiligen sich damit vier Städte aus Großbritannien an der Messe. Zudem stellt die Stadt Krakau nach zwei Jahren wieder aus.


Der offizielle Empfang am Bremer Stand findet am 6. Oktober um 12.30 Uhr mit dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner, und dem Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz, statt. Dynamik am Standort und viele Baustellen, die 2015 mit Leben erfüllt werden sollen, geben den Takt vor: Der Bremer Bahnhofsvorplatz erhält ein neues Antlitz, mit dem innerstädtischen Bauvorhaben „Ansgarikirchhof“ des portugiesischen Investors Sonae Sierra sollen neue Akzente gesetzt werden. Auf der Fläche des bisherigen Parkhauses Am Brill und des Lloydhofs ist ein neuer Gebäudekomplex mit Einzelhandelsflächen von rund 25.000 Quadratmetern geplant. Weitere Flächen im Umfang von mehr als 20.000 Quadratmetern sind für Büro, Dienstleistung und Wohnen vorgesehen. Außer dem Großprojekt „Überseestadt“ wird nach Aussage Thorsten Tendahls von der WFB Bremen dem Bereich Innovationen viel Platz eingeräumt: „Mit unserem Forschungs- und Entwicklungszentrum EcoMaT werden von Airbus über Mercedes bis zu Fraunhofer namhafte Unternehmen unter einem Dach agieren.“ Auf über 25.000 Quadratmetern sollen in Flugplatznähe Büros, Labore und Technikflächen entstehen.


Das Thema zukünftiger Stadtentwicklungen ist spannend und mit etlichen Herausforderungen gespickt. Vor allem Mixed-use-Konzepte, das heißt Projekte, die Wohnen, Arbeiten und Leben,  also Büro, Einzelhandel und privates Wohnen, vereinen, sind der Taktgeber für zukünftige Entwicklungen.
Hamburg setzt auf eine nachhaltige Stadtentwicklung. „Mehr Stadt in der Stadt“ lautet deshalb das oberste Ziel für die künftige Entwicklung des Stadtraums Hamburg. Die Hafen-City, die Internationale Bauausstellung und die Internationale Gartenschau gelten als mutige Lösungen für Stadt und Landschaft vor dem Hintergrund des Klimawandels. Messe-Projektleiter Andreas Köpke: „Unser Stand war schon immer sehr gefragt, aber noch nie waren so früh im Jahr alle Plätze verkauft.“ Platz bleibt nur noch für Logopartner. Hamburg wird sich am bekannten Standort in der Halle B2 (wie auch Bremen) komplett runderneuert präsentieren. Neu dabei am Hamburg Stand sind Euler Hermes Rating, HC Hagemann Real Estate, Latham & Watkins LLP, die Sparkasse Lüneburg, URS Deutschland, Stöben Wittlinger und Völkel Company Asset Management.


Gute Stimmung für alle, die auf dem deutschen Markt agieren, erwartet man bei der HIH Hamburgische Immobilien Handlung. Die Themen der Expo Real 2014 werden sich kaum von denen des Vorjahres unterscheiden, meint HIH-Geschäftsführer Erik Marienfeldt: „Geht der Boom am deutschen Markt weiter? Gibt es Überhitzungen und wenn ja, wo? Wer hat noch Zugang zu Core-Objekten? Neu hinzukommen könnte die Frage, ob und wie sich die Konflikte in der Ukraine und in Nahost auf die Immobilienmärkte auswirken.“
Gut 15 Monate nach Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches ist darüber hinaus laut Marienfeldt Zeit für eine Zwischenbilanz, wie sich die Märkte bei den indirekten Investments neu sortiert haben.
Düsseldorfs Wirtschaftsförderer werben indes mit Zahlen um private Investments: Bereits elf Mal hat Düsseldorf die Steuern gesenkt, um Unternehmen zu entlasten, der städtische Etat ist zum fünfzehnten Mal in Folge ausgeglichen, Düsseldorf wächst seit geraumer Zeit in der Einwohnerzahl. Auch die Regio Leipzig will ihre Dynamik auf der B2B-Messe erneut unter Beweis stellen und veranstaltet unter anderem den traditionellen Investorenabend.

Nischenmärkte und B-Standorte

F&C Reit Deutschland zählt heute zu den führenden nationalen Immobilienmanagern und Fondsinitiatoren mit Fokus auf Einzelhandels- und Büroimmobilien. Klar, dass Iris Schöberl, Managing Director, die Auswirkungen des Online-Handels besonders interessieren. „Uns interessiert hier vor allem die Frage, wie Händler, Städte und Kommunen auf die Herausforderung durch den wachsenden Online-Handel reagieren können und welche Ansätze es gibt, den stationären Handel in den Städten zu stärken.“


Für Schöberl ist die Expo Real ein Heimspiel, da das Unternehmen und viele Geschäftspartner in der Bayern-Metropole zuhause sind. „Da wir unseren Fokus auf die Groß- und Mittelstädte in Deutschland legen, ist die Expo Real für uns nicht zuletzt deshalb attraktiv, weil hier auch Marktakteure und Kommunen über die so genannten Big 7 hinaus stark vertreten sind. Um ein zuverlässiges Bild davon zu bekommen, in welche Richtung sich die Märkte entwickeln, muss man mit den Menschen reden, die in diesen Märkten unterwegs oder gar zuhause sind. Das geht entweder direkt vor Ort – oder auf Veranstaltungen wie der Expo Real.“


„Die Stimmung ist gut für Immobilieninvestments, nicht zuletzt weil Alternativen im Aktien- oder Bondbereich dünn gesät sind“, so Eitel Coridaß, Geschäftsführer Warburg-Henderson KAG. Die Messe soll auch als Plattform für die Neuaufstellung des Unternehmens dienen. Coridaß: „Aus der globalen Präsenz unseres Gesellschafters TIAA Henderson Real Estate, das im April gestartete Joint Venture von TIAA-CREF und Henderson Global Investors, ergeben sich für uns neue Möglichkeiten, insbesondere in den USA. Wir arbeiten bereits an verschiedenen Produkten und sind zuversichtlich, dass bis zur Expo das eine oder andere spruchreif sein wird.“
Bezogen auf den deutschen Markt erwartet der Fondsmanger Antworten auf die Frage, woher das dazu passende Angebot kommen kann und ob bei der Renditekompression im Core-Segment allmählich das Ende erreicht ist. Bei vielen der ehemaligen Krisenmärkte wie Spanien oder den Niederlanden stünden die Zeichen schon seit einiger Zeit auf Erholung und es beschäftigten sich auch sicherheitsorientierte Anleger wieder stärker mit diesen Märkten.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Expo Real, Immobilienbranche

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