04.09.2014 | Top-Thema Expo Real 2014

Aufregerthemen 2014

Kapitel
Den bestehenden Diskussionsbedarf decken die verschiedensten Foren auf der Messe ab.
Bild: Alex Schelbert/Messe München

Was sind 2014 die Aufregerthemen, was bewegt die Branche im Innersten, wo liefen die Geschäfte vielversprechend, wo gibt es Diskussionsbedarf, wo sind sich Wirtschaft und Politik mal einig?

Ein Blick auf die Forum-Themen gibt Aufschluss: „Der Markt für Mezzanine-Finanzierungen – vorhanden und bezahlbar?“, „Durch Umwandlung neuen Wohnraum schaffen –  Städte und ihre Konzepte im Vergleich“, „Investitionsstrategien im Vergleich – Wege aus der Preisfalle“ oder „Die neuen AIFM-Regeln, Erfahrungen nach der Zeitenwende“ und letztlich „Standort Deutschland: Macht die Politik den Markt der Investments in Wohnimmobilien kaputt?“ sind allesamt Fachthemen auf der Messe, die ziemlich gut zusammenfassen, wo es in der Branche im Moment zwickt und wo Klärungsbedarf besteht.  


Während sich ein Jahr zuvor alles auf die Bundestagswahl fokussierte und mit deren Ergebnis auch neue Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft erwartete, ist etliche Monate später deutlich geworden, dass Markteingriffe wie Mietpreisbremse die Investoren vor neue Aufgaben stellen. Zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie hatte der Gesetzgeber Fondsmanagementgesellschaften im letzten Jahr umfassend reglementiert.


Es besteht Diskussionsbedarf. Nichtsdestotrotz blickt die deutsche Immobilienwirtschaft optimistisch in die Zukunft. Kein Unternehmen geht von einer negativen Entwicklung in diesem Jahr aus, heißt es in einer ZIA-Umfrage. 2014 erwartet die Branche ein Umsatzplus von acht Prozent. 67 Prozent der Branchenunternehmen sehen die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung positiv, 33 Prozent erwarten eine Seitwärtsbewegung.


Immobilienwirtschaft als Konjunkturlokomotive

„Die Immobilienwirtschaft wird erneut die Konjunkturlokomotive der deutschen Wirtschaft sein. Damit das so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, fordert ZIA-Präsident Andreas Mattner verlässliche Regeln ein.
Der IVD Deutschland, Interessenverband der Makler, Gutachter und Verwalter, ist klassisch doppelt präsent auf der Expo Real, quasi unter eigenem Dach und – als politischer Auftritt – bei der BIS Bundesarbeitsgemeinschaft der Immobilienwirtschaft, wo IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling seit Beginn des Jahres den Vorsitz von Mattner übernommen hat. Die Stimmung ist heiß und kalt zugleich, Immobilien sind stark nachgefragt, die Rahmenbedingungen für Investoren stehen allerdings unter Beschuss, wie auch IVD-Bundesgeschäftsführerin Sun Jensch zusammenfasst: „Allein die Steigerung der Transaktionszahlen von Immobilienkäufen zeigt die ungebremste Nachfrage nach Immobilienanlagen. Laut Angaben der Gutachterausschüsse wurden deutschlandweit rund eine Million Verkäufe mit etwa 170 Milliarden Euro im Jahr 2012 getätigt. Der aktuelle Gewerbepreisspiegel des Immobilienverbandes IVD zeigt für den Büromietmarkt eine stabile Entwicklung auf. So sind in den Großstädten über 300.000 Einwohner die Büromieten in 2014 mit gutem Nutzungswert um 2,94 Prozent gestiegen. Die positive Investitionsbereitschaft wird sich auch im Messegeschehen widerspiegeln. Die Kehrseite: Auf die Branche kommen einige politische Veränderungen zu.“
Eine zunehmende Politisierung auf der diesjährigen Messe erwartet auch Stefanie Frensch MRICS, Geschäftsführerin des kommunalen Berliner Wohnungsunternehmens Howoge. Etwa 54.000 Wohnungen stehen dort aktuell zur Vermietung im Bestand. „Wohnimmobilien sind wie schon in den Vorjahren weiter im Fokus und werden ein Schwerpunkt der Messe sein. Insbesondere vor dem Hintergrund der Einführung regulatorischer Maßnahmen zur Mietpreisdämpfung ist jedoch eine Politisierung der Diskussion zu erwarten“, so Frensch.

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Expo Real, Immobilienbranche

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