Frankfurt am Main unterliegt als Sitz der EU-Bankenaufsicht gegen Paris Bild: Corbis

Wegen des Brexit wird die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA von London in eines der 27 EU-Länder umgesiedelt werden. Vorgeschlagen wurden acht Städte, darunter Frankfurt am Main. Ausgewählt wurde Paris als Sitz der EU-Bankenaufsicht. Ein Argument gegen Frankfurt war unter anderem, dass keine Mietfreiheit für die Behörde garantiert wurde.

Paris kann dadurch auf erhebliche Zusatzeinnahmen hoffen. Die EBA richtet jährlich mehrere Hundert Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus aller Welt aus. In London sorgte sie zuletzt pro Jahr für rund 9.000 zusätzliche Hotelübernachtungen.

Hinzu kommt, dass auch zahlreiche hoch qualifizierte Mitarbeiter umziehen könnten, auch darauf hatte Frankfurt mit seiner Bewerbung gehofft. Alleine mit der EBA ziehen rund 200 Mitarbeiter um.

Auch Bonn war mit der Kandidatur um den Sitz der Arzneimittelagentur EMA gescheitert, wie Diplomaten nach der zweiten Runde einer geheimen Wahl berichteten. Im Rennen um den EMA-Standort setzte sich Amsterdam durch.

Gegen Deutschland sprach wohl auch, dass bereits die Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln und die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) in Frankfurt bereits zwei EU-Organe beherbergt. Zudem wurde an der Bonner Bewerbung kritisiert, dass die EMA in Übergangsräume ziehen sollte.

Schlagworte zum Thema:  Bankenaufsicht, Brexit

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