Vor rund einem Jahr ging der PropTech Accelerator Blackprint Booster an den Start. Für die erste von drei Runden hatten sich vier Startups qualifiziert. Im zweiten "Batch" wurden weitere vier Neugründungen gefördert. Für die dritte und letzte Programmrunde in diesem Zyklus wurden Exquance, Rentseed und Stegimondo aufgenommen. Exquance erhält als erstes Team seit Start des Boosters einen sechsstelligen Betrag.

Die PropTechs Exquance, Rentseed und Stegimondo setzten sich im Frankfurter TechQuartier gegen neun weitere Finalisten durch. An allen drei Tech-Unternehmen beteiligt sich der Accelerator über seinen Fonds.

Der erste Zyklus ist damit beendet, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilt, doch schon im kommenden Jahr geht es weiter mit neuen Förderrunden. Der Booster war im Februar 2017 gestartet worden und ist zunächst auf rund zwei Jahre angelegt.

Datenanalyse: Exquance-Software besonders gewürdigt

"Wir freuen uns, diesmal auch ein derart reifes PropTech inhaltlich und finanziell weiterzuentwickeln", sagt der Geschäftsführer der Blackprintpartners GmbH, Alexander Ubach-Utermöhl, über Exquance.

Das finisch-russische PropTech hat eine Software für Investment und Asset Manager entwickelt, die Datenanalysen und -auswertungen für komplexe Immobilienportfolios übersichtlicher, einfacher und effektiver machen kann. "Bisherige Programme dieser Art sind nach wie vor zu unübersichtlich. Hier besteht also großer Bedarf nach mehr Transparenz", erklärt Jakob Schulz, Senior Program Manager beim Booster. Mit Unterstützung des Accelerators will Exquance nun auf dem wichtigen deutschen Markt Fuß fassen.

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Online-Dachdecker und digitale Verwaltung von Mietkautionen

Neben Exquance überzeugte auch der "Online-Dachdecker" Stegimondo (Berlin). Das PropTech erstellt innerhalb weniger Minuten auf Basis von Algorithmen und mit Unterstützung von Dachdeckerexperten online Festpreisangebote. Die Umsetzung erfolgt über Partner, die Projektsteuerung übernimmt das PropTech.

Das PropTech Rentseed (München) hat eine Plattform für die digitale Verwaltung von Mietkautionen entwickelt. Mieter und Vermieter können über die Anwendung Zahlungen vornehmen und miteinander kommunizieren. Das PropTech befindet sich in einer frühen Phase.

Beworben hatten sich für diese Runde 61 PropTechs aus neun europäischen Ländern. Das ist mehr Internationalität als zuvor.

Die PropTechs der ersten und zweiten Runde

Neben 50.000 Euro Kapital haben auch die ersten der geförderten PropTechs im Rahmen ihrer Booster-Teilnahme Mentorings und Coachings erhalten. Bespaced ist ein Online-Marktplatz für Kurzzeit-Locations, Habitalix bietet eine Softwarelösung gepaart mit dem persönlichen Service einer traditionellen Hausverwaltung an, Roomhero ist ein Curated-Shopping-Anbieter für Möbel und Wohnaccessoires und Moderan hat eine webbasierte Software entwickelt, um gewerblich genutzte Immobilien zu verwalten (insbesondere Mietvertragsdaten).

In der zweiten Runde wurde etwa Simplifa gefördert. Das Berliner Unternehmen ist auf das digitale Aufzugsmanagement spezialisiert. Neben Simplifa förderte der Booster in der zweiten Accelerator-Runde außerdem die auf Virtual Reality spezialisierten PropTechs ALLVR (Berlin) und VR Now (Berlin) sowie die digitalen Wohnungsvermittler Wohnungshelden (München). Auch diese vier Gründerteams erhielten 50.000 Euro Beteiligungskapital.

Blackprint Booster will gezielt Branchengrößen zusammenbringen

Initiiert wurde der Booster von der auf PropTechs spezialisierten Beteiligungsgesellschaft Blackprintpartners aus Frankfurt und Marc Stilke, dem ehemaligen CEO von Immobilien Scout. In der Immobilienbranche gibt es inzwischen rund 140 PopTech-Startups (Stand Februar 2017).

„Wir wollen den digitalen Wandel in der Immobilienwirtschaft mitgestalten", sagte Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender der Vonovia SE und Gründungspartner. Property Technology ist ein Begriff, der mit zunehmender Digitalisierung der Immobilienwirtschaft immer mehr Bedeutung gewonnen hat, weiterhin gibt es den Terminus CREtech. Der Immobiliensektor sei zum Teil nach wie vor analog aufgestellt, sagt Buch.

Über seinen Fonds beteiligt sich der Booster selbst an den Tech-Unternehmen und vermittelt außerdem Kontakte für Anschlussfinanzierungen. Gemeinsam mit den strategischen Partnern Deutsche Reihenhaus AG, Techem GmbH, Aareon AG, Commerz Real AG, Goldbeck Gruppe, NAI Apollo Group, Obotritia Capital KGaA und Vonovia SE werden bis zu 2,5 Millionen Euro bereit gestellt. Die Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle ist beratend tätig.


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