Die Fußgängerzonen in zahlreichen Städten Deutschlands sollen nach dem Willen des Handelsverbands Deutschland (HDE) kleiner werden. Die Einkaufsstraßen müssten "gesundgeschrumpft" werden, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Zeitung "Die Welt". Dies gelte nicht nur für kleine und mittelgroße Städte, sondern auch für einzelne Metropolen. Als Grund nannte er den wachsenden Onlinehandel.

"Der Onlinehandel verändert das Gesicht der Innenstädte", sagte Genth der "Welt" im Vorfeld der Abschlusssitzung der vom Bundeswirtschaftsministerium initiierten "Dialogplattform Einzelhandel" am Dienstag in Berlin. Es drohten massive Leerstände, auch an attraktiven Standorten. 

Einzelhandel: Bis 2020 verschwinden laut HDE 50.000 Standorte vom Markt

Vor allem kleine und mittelständische Händler gerieten in Existenznot, so Genth weiter. Bis 2020 werden einer Schätzung des Verbandes zufolge rund 50.000 Standorte vom Markt verschwinden, zehn Prozent des derzeitigen Angebots.

"Die Innenstädte müssen verdichtet werden." HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth

Boomender Onlinehandel: Investoren agieren zunehmend zurückhaltend

Zuletzt hatte sich gezeigt, dass auch viele Investoren vor dem Hintergrund des boomenden Onlinehandels zunehmend vorsichtig agieren. Am Investmentmarkt für deutsche Handelsimmobilien ist das Transaktionsvolumen laut einer Analyse des Immobiliendienstleisters Savills 2016 im Vergleich zu 2015 in allen Segmenten zurückgegangen, am deutlichsten bei Warenhäusern (minus 77 Prozent).

Auch bei den Spitzenmieten ging es bergab: Zum ersten Mal seit 2004 sind diese in den Topeinkaufsstraßen der zehn größten deutschen Metropolen in den ersten drei Monaten 2017 zurückgegangen.

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