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Eigentümer kritisieren Mietpreispolitik der großen Parteien

FDP und Eigentümer wehren sich gegen eine Mietpreisbremse bei Neuvermietung
Bild: Michael Bamberger

Die Pläne der großen Parteien, auch bei Neuvermietungen eine Mietbremse einzuführen, stoßen beim Eigentümerverband "Haus & Grund" auf Kritik. Dass die Wohnkosten weiter gestiegen seien, gehe auf die Energiepreise zurück, sagte der stellvertretende Generalsekretär Kai Warnecke.

Warnecke sagte im Deutschlandradio Kultur, die Mieten seien im Jahr 2012 in Deutschland real um 0,8 Prozent gesunken. Man müsse eigentlich das Thema Energiepreise anpacken.

Nach Darstellung Warneckes stiegen die Mieten von 2011 auf 2012 selbst in Städten wie Berlin und Hamburg im Schnitt nur um 1,2 beziehungsweise 1,7 Prozent. Auch wenn es in diesen Städten einige Quartiere mit starken Preissprüngen gebe, würden gerade die privaten Vermieter "oft über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte die Mieten nicht erhöhen". So liege die Durchschnittsrendite für eine Mietwohnung in Deutschland bei 2,14 Prozent. "Dann kann man wohl nicht sagen, dass es hier darum geht, tatsächlich Reichtümer einzufahren."

Auch FDP gegen Unionspläne für Mietpreisbremse

Auch die FDP lehnt den Plan der Union ab, die Mieten künftig auch bei Neuvermietungen zu deckeln. "Die Mietpreisbremse schafft nicht faire Mieten, sondern verhindert, dass in Wohnraum investiert wird", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) der "Passauer Neuen Presse" (Montag).

Preisbremsen für Neuvermietungen bremsten gerade kleine Investoren aus. "Die Mietpreisbremse ist deshalb der gänzlich falsche Weg", so Leutheusser-Schnarrenberger weiter.

Nach der SPD will nun auch die Union eine Mietpreisbindung für Neuvermietungen in ihr Wahlprogramm aufnehmen. Die Neumieten sollen demnach nur noch um einen bestimmten Prozentsatz über dem örtlichen Mietspiegel liegen dürfen. Über die Höhe gibt es in der Union noch Gespräche.

Schlagworte zum Thema:  Mietrecht, Mietpreis

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