Drei Wochen Bauzeit: Terminal für Flughafen Schönefeld

Während es auf der Dauerbaustelle BER künftig notfalls ohne Zusatz-Terminal gehen muss, checken Passagiere am Flughafen Berlin-Schönefeld ab sofort in einem neuen temporären Terminal ein. Der Bau des modularen Gebäudes auf dem Rollfeld dauerte nur drei Wochen.

Mindestens für die Dauer von anderthalb bis zwei Jahren sollen in dem neuen Terminal am Flughafen Schönefeld Passagiere abgefertigt werden. Es wurde von Neptunus gefertigt, einem Spezialisten für den Bau solcher Übergangsgebäude. Berlin-Schönefeld zählt pro Jahr bis zu 13 Millionen Fluggäste und wird auch nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens mindestens noch fünf Jahre in Betrieb bleiben. Die Kapazitäten für Hauptstadt-Fluggäste werden gebraucht, auch weil der neue Flughafen Berlin-Brandenburg vor Ende 2020 nicht eröffnet werden wird.

1.200 Menschen haben Platz im Abflugbereich. Es gibt fünf Gates für den Abflug, jedes mit zwei Pre-Boarding-Schaltern und einem Pre-Boarding-Bereich für jeweils 75 Fluggäste. Daneben beherbergt die insgesamt knapp 2.500 Quadratmeter große Halle ein Restaurant und einen Spielbereich für Kinder. Der komplexe Innenausbau dauerte weitere drei Monate.

Modulare Gebäudesysteme für mehr Flexibilität

Die modularen Gebäudesysteme, die bei dem Bau des Übergangs-Terminals in Schönefeld zum Einsatz kamen, sind laut Herstellerangaben vollständig demontierbar und können somit für neue Projekte umgesiedelt oder neu konfiguriert werden. Sie wurden durch ein Kassettenbodensystem mit integrierten Betonbodenelementen für die Verankerung auf dem Rollfeld aufgebaut.

Ahnliche Lösungen hat der Anbieter bereits an anderen großen Flughäfen umgesetzt – etwa in Schiphol (Niederlande), auf dem Malta International Airport und auf dem Flughafen Magdeburg-Cochstedt.

Temporäres Terminal Flughafen Berlin-Schöneberg
Die Gebäude-Module können vollständig demontiert und für neue Projekte umgesiedelt oder neu konfiguriert werden.

Neues vom BER: Zur Not auch ohne Zusatzterminal

Das geplante Zusatzterminal "T2", ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Fertigstellung des BER, scheint derweil gar nicht zwingend notwendig zu sein. Das Hauptterminal fasse mehr als die zuletzt genannten 22 Millionen Passagiere im Jahr, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup dem Nachrichtenportal rbb24. Das hätten Simulationen ergeben. Eine konkrete Zahl nannte er jedoch nicht. Das Terminal 2 würde lediglich Platz für sechs Millionen Fluggäste bieten.

Wie der "Tagesspiegel" schreibt, habe Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr nun angeregt, die Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel noch einmal zu prüfen. Zum einen wegen des wachsenden Flugverkehrs, zum anderen wegen seiner Zweifel, ob die Kapazität des Hauptstadtflughafens BER ausreichen werde. Tegel soll spätestens im Frühjahr 2021 schließen.

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