Digitales Bauen: Niedersachsen gründet BIM-Cluster

Das Land Niedersachsen will die Digitalisierung am Bau vorantreiben und setzt dafür auf Building Information Modeling (BIM). Mit dem neuen BIM-Cluster Niedersachsen will die Landesregierung zusammen mit 26 Partnern die Chancen der Methodik ergründen. Zwei wohnungswirtschaftliche Verbände sind auch dabei.

Die Schirmherrschaft für die Initiative hat Staatssekretär Stefan Muhle (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung) übernommen. Ein Koordinierungskreis setzt sich zusammen aus dem Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen, der Hochschule 21, der Ingenieurkammer Niedersachsen, der Jade Hochschule Oldenburg und der Technischen Universität Braunschweig. Zu den Mitgliedern und Unterstützern, die aus verschiedenen niedersächsischen Landesministerien, Behörden, Kammern, Hochschulen und Verbänden bestehen, gehören auch zwei wohnungswirtschaftliche Verbände: Sowohl der BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Niedersachsen/Bremen, vertreten durch David Huber, als auch der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen, vertreten durch Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt, beteiligen sich an dem Projekt.

BIM-Cluster Niedersachsen
Am 19.6.2019 unterzeichneten die Mitglieder des neuen Clusters ein gemeinsames "Memorandum of Understanding".

BIM-Cluster Niedersachsen: Chancen und Grenzen ergründen

Die BIM-Methodik ermöglicht es, in einem Bauprojekt digital Informationen und Prozesse in einem virtuellen dreidimensionalen Gebäudemodell zusammenzustellen und so die Wechselwirkungen bei Veränderungen einzelner Bauparameter zu analysieren. Digitales Bauen ist vor allem bei komplexen Bauten ein Werkzeug, um Risiken in allen Projektphasen zu verringern und dadurch die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Mit dem BIM-Cluster Niedersachsen sollen nach Angaben der Initiative die regionale Zusammenarbeit auf übergeordneter Ebene gefördert sowie die Chancen und Grenzen der Methodik stärker in das Bewusstsein der (Fach-)Öffentlichkeit gerückt werden. Es biete eine Plattform für den Austausch von Kompetenzen und Informationen zwischen den Interessensvertretungen aller an der Wertschöpfungskette Planen, Bauen, Betreiben und Rückbau beteiligten Personen und Institutionen aus Niedersachsen. Ziel sei es, die Anwendung der BIM-Methodik zu fördern und zu verbessern.

„Mit dem Cluster werden erstmals landesweit alle relevanten Akteure an einen Tisch gebracht und somit der Rahmen für einen beständigen Austausch und daraus abzuleitende Maßnahmen geschaffen.“ Staatssekretär Stefan Muhle, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

BIM-Pilotprojekte bereits in der Umsetzung

Nach Angaben des niedersächsischen Ministeriums führen diverse Mitglieder des Clusters bereits Pilotprojekte im Bereich BIM durch. Ein gutes, regionales Beispiel sei das Neubauvorhaben der Theaterwerkstätten der Staatstheater Hannover GmbH, wie eine Sprecherin des Ministeriums der Haufe Online Redaktion mitteilte. Bei dem Neubau wird bauherrenseitig ein BIM-Manager eingesetzt, die Planungsleistung sowie die BIM-Koordination ist an einen Generalplaner vergeben. Die Modellkoordination erfolgt nach Angaben des Clusters an einem vereinigten Gesamtmodell, das aus den einzelnen Fachmodellen der Gewerke Hochbau, Tragwerksplanung, Sanitär, Raumlufttechnik, Elektrotechnik, Technische Druckluft und Nutzereinbauten besteht. Beteiligt seien gleich mehrere Akteure des Clusters, es handele sich um ein Praxisprojekt bei dem Wissenschaft, Wirtschaft und die öffentliche Hand beteiligt seien, so das Ministerium weiter.


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