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Ronan Vaspart, Director of Mipim Markets Bild: HD

Was sind die Highlights der Mipim 2018? Interview mit dem neuen Messechef Ronan Vaspart.

Welche inhaltlichen Akzente haben Sie als neuer Messechef gesetzt?

Bei der diesjährigen Mipim tragen wir das Thema „Mapping World Urbanity“ (Urbanität wird definiert als die Qualität des Charakters des Lebens in einer Stadt) in vielen Facetten in die Messeräume. Es ist aufgesetzt auf das Thema 2017 über den „New Deal“ für Immobilien. Die Zunahme von „connected urban areas“ verändert die Landkarte der Urbanität der Welt und positioniert die Stadt in vielen Fällen als Wirtschaftskraft und nicht als Staat. Dies erfordert, dass sowohl die öffentlichen als auch die privaten Akteure auf globaler Ebene das Leben in den Städten der Zukunft, die sich entwickelnde Rolle der lokalen Behörden und die Schaffung neuer Stadtmodelle untersuchen. Für den Immobilienprofi geht der Weg zur Maximierung der Erträge über das richtige Gleichgewicht zwischen einer globalen Strategie und Vision und einer lokalen Strategie, die gerade lokale Besonderheiten berücksichtigt.

Im Fokus: Mapping World Urbanity

„Mapping World Urbanity“ wird nicht nur im Konferenzprogramm behandelt, sondern auch in den neuen Format­sessions wie Masterclasses, Predictive Scenario Sessions und bei Themenfrühstücken.

Ein Höhepunkt der Messe ist das „Innovation Forum“ mit rund 60 Ausstellern. Sind die alten auch die neuen Themen?

Das Thema Nachhaltigkeit pulsiert weiter in den Gesprächen über Immobilien auf der ganzen Welt. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Innovation ist der wichtigste Punkt, an den man sich erinnern sollte, dass es heute die absolute Norm für Entwickler ist, Gebäude zu bauen, die grün und eben nachhaltig sind. Jenseits von intelligenten Gebäuden ist es jetzt wichtig, Nachhaltigkeit aus der Perspektive der Stadt zu betrachten und zu überlegen, wie dies erreicht werden kann. Dies umfasst eine Reihe von Themen wie Mobilität, Infrastruktur, Energieeffizienz, aber auch die Verwendung von Materialien. Aus diesem Grund wird sich ein halber Tag auf der Messe der Nachhaltigkeit widmen. Die Sitzungen konzentrieren sich auf die kohlenstoffarme Wirtschaft und ihre Rentabilität, einschließlich passiver Gebäude.

Werden Städtestände für die Mipim immer wichtiger?

Mehr als 500 Städte und lokale Behörden sind bei der Veranstaltung anwesend, sie kommen mit privaten Einrichtungen und Standpartnern, um ausländische Investitionen anzuziehen und ihre langfristige Stadtplanung zu präsentieren. London, Paris, Frankfurt, Stockholm, Rom, Lissabon... die Liste ist endlos. Städte stehen in der Mipim-Landschaft an erster Stelle. Bis 2030 werden 91 Prozent des weltweiten Verbrauchs von Stadtbewohnern stammen, und bis 2050 werden 63 Prozent der Menschen in Schwellenländern in Städten leben. Es gibt also viel zu diskutieren über die besten Strategien für den Städtebau in dieser zunehmend globalisierten Welt.

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Welche Präsenz hat Deutschland auf der diesjährigen Mipim?
Die robuste und stabile Wirtschaft des Landes, seine beeindruckende Infrastruktur, seine dynamische und innovative F & E-Landschaft und die 40 Millionen Einwohner starke Erwerbsbevölkerung machen es für internationale Inves­toren äußerst attraktiv. Deutschland bleibt stark in den Top drei der größten Mipim-Delegationen positioniert. In diesem Jahr freuen wir uns, dass die Stadt Leipzig am deutschen Städte- und Regionenpavillon (der sich in diesem Jahr verdoppelt hat) neben Hannover, Nürnberg und der Rhein-Neckar-Region ausstellt. Westdeutsche Städte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart etc.) sind schon immer gut vertreten, in den östlichen Städten gab es jedoch gegen eine Teilnahme immer Vorbehalte.

"Die erstmalige Präsenz Leipzigs weckt großes Interesse. Oberbürgermeis­­­ter Burkhard Jung wird mit einer Delegation anwesend sein." Messechef Ronan Vaspart

Es gibt außerdem eine eigene deutsche Konferenz, wo es unter anderem um Diskussionen zum urbanen Leben in Deutschland bis 2050 geht.

Erwarten Sie Sonderentwicklungen durch die Themen Brexit und Trump?

Letztes Jahr standen wir vor einer neuen Ära mit dem damaligen Trump-Wahlsieg und dem Brexit-Ergebnis. Ein Jahr später können wir aufgrund dieser beiden Ereignisse bereits große Auswirkungen auf der ganzen Welt feststellen. Trumps Rückzug der USA von der COP21 wird drastische Auswirkungen auf die Bekämpfung des Klimawandels haben. In Übereinstimmung mit dem Mipim-Thema ist es interessant, die Rolle und die Reaktionen von Städten und privaten Unternehmen in Bezug auf die Regierungsentscheidungen zu sehen.

„Die britische Delegation bleibt bei der Mipim durch die Rückkehr des Department for International Trade aktiv, um für internationale Investitionen nach dem Brexit zu werben.“ Messechef Ronan Vaspart

Schlagworte zum Thema:  Mipim, Messe

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