Nach Sanierungen sind deutliche Mieterhöhungen möglich, das will die Große Koalition ändern (Symbolbild) Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß, vor allem in den Ballungsräumen, wo die Deutsche Wohnen die meisten Immobilien hält. Damit einhergehend stiegen die Mieten um vier Prozent. Das und der weiterhin niedrige Leerstand haben dem MDax-Unternehmen im ersten Quartal 2018 noch einmal neun Prozent mehr Gewinn eingebracht: Unter dem Strich blieben 103,4 Millionen Euro hängen. Das operative Ergebnis lag bei 123 Millionen Euro.

Zudem hat die Deutsche Wohnen nach eigenen Angaben von geringeren Zinszahlungen profitiert. Für das Gesamtjahr peilt der Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien bei dieser Kenngröße weiterhin 470 Millionen Euro an. Das wären ebenfalls fast neun Prozent mehr als 2017.

Die Deutsche Wohnen vermietet aktuell bundesweit mehr als 160.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime. Die durchschnittliche monatliche Kaltmiete im Bestand betrug Ende März je Quadratmeter 6,46 Euro. Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Anstieg der Mieten um rund vier Prozent.

Modernisierung und Instandhaltung: Anstieg um 25 Prozent

Die Ausgaben für Modernisierungen und Instandhaltungen betrugen im ersten Quartal insgesamt 60,5 Millionen Euro, das sind rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis 2022 will die Deutsche Wohnen früheren Angaben zufolge 1,2 Milliarden Euro in die Sanierung und Modernisierung stecken. In den sanierten Wohnungen stiegen die Vertragsmieten um knapp sieben Prozent auf 193 Millionen Euro.

Modernisierungsumlage auf acht Prozent gesenkt

Der Mieterbund kritisiert, dass für viele Mieter die Mieterhöhungen nicht tragbar seien. Vermieter können aktuell Modernisierungskosten mit elf Prozent auf die Monatsmiete umlegen, unabhängig von der Gesamthöhe der Kosten. SPD und Union haben vor kurzem vereinbart, die Umlage auf acht Prozent zu senken und den Mietaufschlag auf drei Euro pro Quadratmeter zu begrenzen.

Um von der starken Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten zu profitieren, will die Deutsche Wohnen wie die Konkurrenten Vonovia und LEG neue Wohnungen bauen. Anders als der Konkurrent Vonovia baut die Deutsche Wohnen zudem auf die wachsende Zahl von Pflegebedürftigen in Deutschland.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsunternehmen, Immobilienkonzern, Ergebnis, Wohnimmobilien

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