01.06.2012 | Energie- und Finanzpolitik

Deutsche Immobilienwirtschaft demonstriert Einigkeit in Brüssel

EU-Kommission, Brüssel
Bild: Schmuttel ⁄

Energiepolitik und Immobilienfinanzierung standen im Fokus der Brüsseler Gespräche. Teilgenommen haben neben Europapolitikern wie Energiekommissar Günter Oettinger die Vertreter der deutschen Immobilien-Spitzenverbände. Das Ergebnis: Übereinstimmung in allen wesentlichen Punkten.

Darüber hinaus führten die teilnehmenden Präsidenten, Geschäftsführer und Repräsentanten der Brüsseler Büros des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Immobilienverband IVD und des ZIA Zentraler Immobilienausschuss auch Gespräche zur Förderpolitik.

Energieeffizienzrichtlinie kurz vor dem Abschluss

Die Energieeffizienzrichtlinie, mit der verbindliche Sanierungsquoten für öffentliche Gebäude festgelegt werden sollen, befindet sich kurz vor dem Abschluss – so das Fazit der Gespräche mit Oettinger und dem Schattenberichterstatter der Europäischen Volkspartei (EVP), Dr. Markus Pieper.

„Wir haben gegenüber den Politikern der EU betont, dass die Wirtschaftlichkeit aller Sanierungsmaßnahmen und die sozialpolitischen Auswirkungen berücksichtigt werden müssen“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des GdW in den Gesprächen. „Die Grenze der Wirtschaftlichkeit bei energetischen Sanierungsmaßnahmen ist vielfach bereits erreicht. Die Rahmengesetzgebung der EU muss diesem Umstand Rechnung tragen“, betonte Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

„Die deutsche Immobilienwirtschaft hat sowohl bei der energetischen Gebäudesanierung als auch bei der Immobilienfinanzierung eine Vorreiterrolle in Europa. Die europäischen Vorgaben müssen Platz für nationale Besonderheiten bieten“, ergänzte Walter Rasch, Präsident des BFW. 

„Bei der Umsetzung der Energiewende ist auch auf die Finanzierungsfähigkeit der vorgeschriebenen Maßnahmen zu achten“, so Jens-Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbandes IVD im Gespräch mit Dr. Udo Bullmann, dem Vorsitzenden der SPD-Delegation und Verhandlungsführer für die Wirtschaftskoordinierung im Europäischen Parlament.

Auswirkungen der Finanzmarktregulierung

Die deutschen Immobilienverbände sind sich einig, dass die von der Europäischen Union bereitgestellten Fördermittel über die EU-Strukturfonds auch in Deutschland für die energetische Modernisierung von Gebäuden eingesetzt werden müssen. „In anderen europäischen Ländern werden diese Fördermittel zielgerichtet für energetische Maßnahmen in der Immobilienwirtschaft eingesetzt“, sagte Gedaschko. "Die Bundesregierung und die Bundesländer sollten einen vergleichbaren Weg auch in Deutschland einschlagen und diesem Ansatz folgen."

Auch Oettinger machte in dem Gespräch mit den Verbandsvertretern deutlich, dass die Mitgliedstaaten die neuen Möglichkeiten zur Förderung energetischer Sanierungen aus den Strukturfondsmitteln intensiv nutzen sollten.

„Die verschiedenen Regulierungsansätze müssen die Finanzierungsfähigkeit der Immobilienwirtschaft im Auge behalten“, sagte Mattner zum Thema Finanzmarktregulierung. „Wir setzen uns dafür ein, dass die einzelnen Vorhaben auf ihre Auswirkungen für die Finanzierung in der Immobilienwirtschaft untersucht werden“, so Mattner weiter.

Gemeinsam forderten die Verbände der Immobilienwirtschaft, dass bei der europäischen Finanzmarktregulierung die unterschiedlichen Risikoprofile der geschäftlichen Aktivitäten angemessen berücksichtigt werden. „Kaum eine Branche ist so stark auf Fremdkapital – gerade bei der energetischen Sanierung von Immobilien – angewiesen wie die Immobilienwirtschaft“, sagte Rasch.

Schlagworte zum Thema:  EU, Energiepolitik, Immobilienfinanzierung

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