Dresden bewahrt historische Bausubstanz am besten, wie eine Studie des Allensbach-Instituts zeigt Bild: Juergen Gessner ⁄

Dresden bleibt beim Denkmalschutz Spitzenreiter unter den großen deutschen Städten. Das sagten 63 Prozent der Befragten einer Studie des Allensbach-Instituts. Demnach ist die Zustimmung zur sächsischen Landeshauptstadt allerdings gegenüber früheren Umfragen gesunken. Knapp 30 Prozent der Personen mit Interesse an Wohnungen in einem denkmalgeschützten Gebäude wären bereit, mehr für eine solche Immobilie zu zahlen.

Berlin steht auf Rang zwei mit 48 Prozent. Auf den Plätzen folgen München, Leipzig und Hamburg: Sie erreichen jeweils 34 Prozent Zustimmung. Das ist Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu den früheren Rankings 2006 und 2012.

Schlusslichter sind Essen und Dortmund mit jeweils nur zwei Prozent. Damit liegt Ostdeutschland in Sachen Denkmalschutz klar vorn.

Das Land Sachsen und die Stadt Dresden hatten in den vergangenen Jahren Milliarden Euro in die Restaurierung der Barockstadt investiert, unterstützt von privaten Investoren und Eigentümern. Neben dem Residenzschloss, dem Zwinger, der Frauenkirche und der Semperoper wurden so auch Gründerzeitvillen am Elbhang, Bürgerhäuser in der City oder der Neumarkt auf Vordermann gebracht.

Relativ neu am Markt ist eine Crowdinvesting-Plattform, die den Schwerpunkt auf denkmalgeschützte Immobilien legt.

Fachwerkhäuser: die beliebtesten historischen Objekte

Laut der Allensbach-Studie im Auftrag des Projektentwicklers Pantera (Köln) finden es knapp 50 Prozent der Befragten ab 16 Jahren reizvoll, in einem unter Denkmalschutz stehenden Haus zu wohnen. Bei den 30- bis 44-Jährigen sei das Interesse überdurchschnittlich.

Die beliebtesten historischen Objekte sind Fachwerkhäuser. Mehr als 25 Prozent der Befragten empfinden diese als schönste Denkmäler. Bei den über 60-Jährigen gaben das 32 Prozent an. Unter den Frauen waren es 31 Prozent und 34 Prozent unter den Ostdeutschen, die Fachwerkhäuser favorisierten.

Die jüngeren Jahrgänge – unter 30 – bevorzugten eher Fabriklofts, das gab jeder Dritte dieser Gruppe an, während etwa 25 Prozent Burg- oder Schlossanlagen am schönsten finden.

Hohes Kaufinteresse an denkmalgeschützten Wohnungen

Knapp zwei Drittel der Personen mit Interesse an Wohnungen in einem denkmalgeschützten Gebäude wären bereit, mehr für diese Immobilien zu zahlen. Insgesamt 40 Prozent der Befragten (50 Prozent der befragten Ostdeutschen) halten sie für eine lohnende Geldanlage. Davon sind vor allem Einwohner von Großstädten überzeugt.

Allerdings wissen lediglich 14 Prozent im Detail über steuerliche Vergünstigungen Bescheid, die für die Modernisierung der Gebäude zur Verfügung gestellt werden. Unter den Kaufinteressenten waren es etwa 20 Prozent.

Nur 41 Prozent der Befragten sagen, dass der Staat genug für den Denkmalschutz tut. Das sind 15 Prozent weniger als in der Umfrage 2012. In Ostdeutschland sind es nicht mal ein Drittel – hier hat sich der Wert fast halbiert.

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