08.05.2012 | Immobilientag 2012

Demografische Entwicklung als Themenschwerpunkt

Immer älter werdende Mieter kompensieren Nachfrageminderung durch schrumpfende Bevölkerung
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Immobilienpolitik und der Handlungsbedarf, der sich aus der demografischen Entwicklung ableitet, standen am 4. Mai im Mittelpunkt des Deutschen Immobilientages 2012: 500 Makler, Verwalter, Sachverständige und andere Dienstleister trafen sich in Stuttgart, um sich auszutauschen.

Am Morgen war Dr. Nils Schmid, der stellvertretende Ministerpräsident von Baden-Württemberg, in die Stuttgarter Carl Benz Arena gekommen. Er gab einen Ausblick auf die Immobilienpolitik Baden-Württembergs, das mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 25 Milliarden Euro 2011 zu den drei umsatzstärksten Bundesländern zählt.

Schmid: "Immobilie als Geldanlage hat Konjunktur"

„Die Immobilie als Geldanlage hat Konjunktur", sagte Schmid. Gleichwohl gebe es Regionen, in denen die Immobilienpreise stark gestiegen seien. Dadurch werde in den Ballungszentren zunehmend weniger preiswerter Wohnraum angeboten. Der Minister wies in diesem Zusammenhang auf die sozial ausgerichteten Förderangebote des Landeswohnraumförderungsprogramms 2012 hin. Durch die Neuausrichtung der Wohnraumförderung solle gerade in den Ballungsräumen Wohnraum geschaffen werden.

Auch der demografische Wandel werde weiter an Bedeutung zunehmen. Deshalb könnten beispielsweise Maßnahmen zur barrierefreien Modernisierung des Wohnraums gefördert werden, erklärte Schmid.

Raffelhüschen: "Keine massiven Wertverluste"

Zuvor hatte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg seine Berechnungen zur Entwicklung der Immobilienpreise in den kommenden Jahrzehnten vorgestellt. Trotz insgesamt schrumpfender Bevölkerung geht er nicht davon aus, dass massive Wertverluste drohen.

Im Gegenteil: Die durch die schrumpfende Bevölkerung bedingte Nachfrageminderung nach Immobilien werde durch eine immer älter werdende Bevölkerung mit ihrem überproportionalen Wohnraumbedarf mehr als kompensiert. Erst ab 2035 werde ein absoluter, jedoch sehr moderat verlaufender Abnahmetrend einsetzen: 2050 werde die Flächennachfrage noch bei 95 Prozent des heutigen Niveaus liegen.

Der Bedeutung der Forschung für die Immobilienwirtschaft wurde mit dem Forschungspreis der Deutschen Immobilien Akademie (DIA) und des Forschungsverbandes für Immobilien-, Hypotheken- und Baurecht e.V. Rechnung getragen: Preisträger ist Dr. Martin Wilhelm für seine Dissertation zum Thema „Instandhaltungsstrategien unter Berücksichtigung stochastischer Alterungsprozesse – ein Beitrag zur systematischen Bewirtschaftung von Immobilien“.

Schlagworte zum Thema:  Demografische Entwicklung

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