Das waren die Themen 2017: Höhepunkte der Immobilien- und Wohnungswirtschaft Bild: Haufe Online Redaktion

Was hat die Immobilienbranche im Jahr 2017 bewegt? Was waren die großen Themen? Welche Aspekte werden auch 2018 noch eine Rolle in der Immobilien- und der Wohnungswirtschaft spielen? Die Online Redaktion von Haufe Immobilien hält Rückschau auf die wichtigsten Ereignisse.

Januar

Zu Beginn des Jahres blickt die Immobilienbranche positiv in die Zukunft: Beim Trendbarometer von EY Real Estate beurteilen 96 Prozent der 135 befragten Investoren den deutsche Immobilienmarkt als attraktiv.

Das große Thema von Immobilien- und Wohnungswirtschaft ist auch 2017 die Digitalisierung. Diese hat Auswirkungen auf das Berufsbild des Immobilienverwalters. Hinzu kommen die Dynamik auf den Wohnungsmärkten und die sich rasch ändernden politischen Vorgaben. All dies sorgt für einen grundsätzlichen Imagewandel des Berufsbildes.

Februar

Immobilienbewertungen stehen in der Kritik. Immer öfter bewerten Makler, Immobilienbörsen oder unabhängige Plattformen Immobilien. Das kostet in der Regel zwar nichts, sagt aber meist auch nicht viel aus.

Immobilien-Crowdfunding wird immer beliebter: Im Februar wird eine Studie der Online-Investmentplattform iFunded.de veröffentlicht. Demnach wurden 2016 in Deutschland mehr als 41 Millionen Euro Kapital für Immobilienprojekte über Crowdfunding eingeworben, mehr als doppelt so viel wie 2015. Der Spitzenmarkt ist Hamburg.

März

Das neue Bauvertragsrecht wird endgültig beschlossen. Die Reform passiert nach dem Bundestag auch den Bundesrat. Sie sieht neue Regelungen im Werkvertragsrecht vor. Außerdem enthält das Gesetz eine wichtige Änderung bei der Gewährleistung für mangelhaftes Material. Das neue Bauvertragsrecht gilt ab 2018.

April

Hohe Grundstückspreise und der Wettbewerb um knappes Bauland hemmen den bezahlbaren Wohnungsneubau. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesbauministerium und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) beauftragte Studie des Instituts Quaestio Forschung & Beratung.

Mai

Nach der Reform ist vor der Reform: Die Genossenschaftsnovelle von 2006, welche die Organe der Wohnungsgenossenschaften über lange Zeit beschäftigt hat, liegt kaum mehr als zehn Jahre zurück. Nichtsdestotrotz zeichnet sich seit einiger Zeit eine erneute Gesetzesänderung ab.

Die Digitalisierung verändert auch das Arbeitsfeld von Immobilienmaklern. Der Trend geht zum hybriden Makler, der ausgeklügelte Software-Lösungen mit der Kompetenz klassischer Makler verbindet. Damit stehen auch die großen Immobilienportale unter Druck.

Bild: Corbis

Juni

Die Beschäftigten der Immobilien- und Wohnungswirtschaft bekommen mehr Geld. Der Tarifvertrag Wohnungswirtschaft 2017 steht. Die Arbeitgeber einigen sich mit den Gewerkschaften Verdi und IG Bau in der dritten Verhandlungsrunde auf eine Lohnerhöhung von 4,6 Prozent.

Juli

Die Gefahr einer Immobilienblase steigt: In 13 deutschen Kreisen liegt der Empirica-Blasenindex höher als im Vorquartal. Gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres legt er im zweiten Quartal 2017 in den Wachstumsregionen um 0,03 Punkte und in den Schrumpfungsregionen nach einer kleinen Entwarnung wieder um 0,02 Prozent zu.

Angesichts der steigenden Zahl terroristischer Anschläge ist Sicherheit zu einem Top-Thema der Immobilienbranche geworden. In vielen Ländern werden Shopping-Center, Büro- und Wohnimmobilien bereits sichtbar stark bewacht. In Deutschland geht man (noch) diskreter vor.

Wie steht es um die Renditen? Bei der der Investitionsklimastudie von Union Investment sagen 75 Prozent der europäischen Immobilieninvestoren einen Anstieg der Anfangsrenditen erst für das Jahr 2019. Davon glauben wiederum 43 Prozent, dass der Umschwung noch später eintreten wird.

Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich im Juli mit der Einspeisevergütung von Photovoltaikanlagen. Das Urteil: Wer eine Anlage nicht bei der Bundesnetzagentur meldet, muss Fördergelder zurückzahlen.

In Essen kommt es zu einem Milliarden-Deal: Der Verkauf des Energiedienstleisters Ista ist perfekt. Eigentümer wird ein Konsortium aus den chinesischen Unternehmen CK Infrastructure (CKI) und Cheung Kong Property, die zum Imperium CK Hutchison Holdings des Milliardärs Li Ka-shing gehören.

Die Honorare für die WEG- und Mietverwaltung steigen weiter, wenn auch seit sieben Jahren nur moderat, wie das Branchenbarometer des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) zeigt. 86 Prozent der befragten Unternehmen erhöhten ihre Vergütungssätze 2016 im Rahmen einer Vertragsverlängerung im Schnitt um 7,1 Prozent.

August

Auch das Thema Blockchain ist 2017 in aller Munde. Erste Anwendungen in der Energiewirtschaft gibt es bereits. Für die Immobilienwirtschaft könnten sich daraus neue Möglichkeiten ergeben.

September

Wegen Kinderlärm gibt es unter Mietern immer wieder Streit. Im September urteilt der BGH: In einem Mehrfamilienhaus sind gelegentlich auftretende Beeinträchtigungen durch Kinderlärm grundsätzlich hinzunehmen. Allerdings gibt es Grenzen.

PropTechs sind in den vergangenen zwei Jahren stark in den Fokus der Immobilienwirtschaft gerückt. Etablierte Unternehmen gehen teilweise im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie Kooperationen mit Startups ein. Doch nur zehn Prozent sind High Potential, wie eine Studie von Deloitte zeigt.

In der Frankfurter Stadtentwicklung tut sich etwas. Die Stadt plant einen weiteren Stadtteil - mit bis zu 11.400 Wohnungen.

Bild: Haufe Online Redaktion

Oktober

Lange hat es gedauert, aber nun ist es soweit: Für Immobilienverwalter werden erstmals eine Zulassungspflicht und weitere Voraussetzungen eingeführt. Auf Immobilienmakler kommt zusätzlich zur bereits bestehenden Zulassungspflicht eine Fortbildungspflicht zu. Das neue Gesetz wird am 23. Oktober im Bundesgesetzblatt verkündet, am 1. August 2018 wird es in Kraft treten.

Die Immobilienbranche boomt – in der Hansestadt Hamburg sind die Voraussetzungen hervorragend. Dort stellt sich eher inzwischen das Problem, dass für manch realisierbares Projekt Fachleute und Baugrundstücke fehlen.

November

Im November beherrschen die Jamaika-Sondierungsgespräche die bundesweiten Schlagzeilen. Die Grünen setzen die so genannten Share Deals auf die Tagesordnung. Sie wollen das "Grunderwerbsteuer-Schlupfloch" schließen. Der ZIA Zentrale Immobilien Ausschuss warnt die Politik indes davor, Share Deals generell zu verteufeln.

Als die Jamaika-Verhandlungen scheitern, befürchtet die Immobilienwirtschaft Konsequenzen. Die Branche glaubt, dass sich nun vieles verzögern könnte, was in den Jamaika-Verhandlungen noch "on the top" war – ganz besonders das Thema Wohnungsbau.

Alle zwei Jahre analysiert das Unternehmen Compensation Partner in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin „Immobilienwirtschaft“ die Gehälter der Immobilienbranche. Das Ergebnis der diesjährigen exklusiven Studie: Bei den Chefgehältern liegt die Immobilienwirtschaft lediglich auf dem vorletzten Platz.

Am 21. und 22. November 2017 veranstaltet die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft bereits zum dritten Mal in Kooperation mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. in Berlin ihre sogenannte Werkstatt. Das diesjährige Thema: "Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft".

Zum Jahresende spricht vieles dafür, dass die Investmentumsätze bei Gewerbeimmobilien 2017 neue Rekorde erreichen könnten – sowohl im Gesamtvolumen als auch auf Teilmärkten. 

Dezember

Das Problem gibt es mittlerweile in vielen Städten: Wenn Bürger ihre Wohnungen an Feriengäste vermieten, wird der Wohnraum noch knapper. Die Stadt Berlin reagiert: Stadtentwicklungssenatorin Karin Lompscher (Linke) legt im Dezember einen Gesetzentwurf vor, wonach Berliner ihre Wohnung bis zu 60 Tagen pro Jahr an Touristen weitervermieten dürfen – sofern sie eine Genehmigung haben. Gleichzeitig beschließt der Senat im Kampf gegen die Wohnungsknappheit eine Verschärfung des Gesetzes über das Zweckentfremdungsverbot. Die Novelle soll Anfang Mai 2018 in Kraft treten.

Der BGH erleichtert Kündigungen von Gewerbemietverträgen. Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Immobilienbranche. Denn so genannte Schriftformheilungsklauseln sind nun generell unwirksam.

Auch die umstrittene Mietpreisbremse beschäftigt die Gerichte: Das Instrument ist nach Meinung des LG Berlin verfassungswidrig. Nun geht die Angelegenheit vor das Bundesverfassungsgericht.

Es ist Winter in Deutschland - und auch die Stimmung in der deutschen Immobilienbranche kühlt sich weiter ab. Zum Jahresende 2017 liegt das Immobilienklima bei 135,0 Zählerpunkten. Das zeigt die Monatsbefragung des Deutsche-Hypo-Immobilienkonjunktur-Index.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienwirtschaft, Wohnungswirtschaft

Aktuell
Meistgelesen