Der Projektentwickler Consus Real Estate AG hat 93,4 Prozent der Anteile an der SSN Group AG erworben. Das gaben Vorstand und Aufsichtsrat der Consus bekannt. Der implizite Unternehmenswert von SSN beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf rund 1,1 Milliarden Euro. Durch die Übernahme steigt das Volumen der Immobilienentwicklungen von Consus von 6,2 Milliarden auf 9,6 Milliarden Euro.

Der Kaufpreis wird aus Eigenmitteln und einem Akquisitionsdarlehen von circa 250 Millionen Euro von J.P. Morgan finanziert. J.P. Morgan ist für Consus als Finanzberater und finanzierende Bank mandatiert. Der Vollzug der Transaktion wird im vierten Quartal 2018 erwartet.

Gleichzeitig erwirbt Consus 38,9 Prozent der Anteile an der SG Development GmbH, einer 51-prozentigen Tochter der SSN Group, sowie einen 43-prozentigen Anteil an einer SSN-Projektentwicklung in Berlin von Aggregate. Die Aggregate Deutschland S.A. ist selbst Mehrheitsaktionär bei Consus. Die SG Development hält neun der zwölf Projekte der SSN in Deutschland. Dieser Teil der Transaktion hat einen Wert von 215 Millionen Euro. Der Preis der Aktien beträgt acht Euro pro Aktie.

Consus will erste voll integrierte börsennotierte Entwicklerplattform werden

"Der fragmentierte Entwicklermarkt in Deutschland bietet erhebliche Wachstumschancen", sagt Andreas Steyer, CEO von Consus. Man werde das Unternehmen zur ersten voll integrierten börsennotierten Entwicklerplattform in Deutschland ausbauen.

Das Entwicklungsvolumen der SSN beläuft sich auf 3,4 Milliarden Euro und besteht aus zwölf Projekten. Die Projektimmobilien setzen sich aus dem Wohn- (71 Prozent), Gewerbe- (26 Prozent) und sonstigem Segment (drei Prozent) zusammen. Wie Consus konzentriert sich SSN auf Verkäufe durch "Forward Sales" an institutionelle Investoren.

Management:

SSN-Gründer in den erweiterten Consus-Vorstand aufgenommen

Die Gründer der SSN, Michael Tockweiler und Theo Gorens, werden dem erweiterten Vorstand von Consus angehören und die Gesamtgruppe gemeinsam mit Andreas Steyer, CEO Consus, und Benjamin Lee, CFO Consus, sowie den Vorstandsmitgliedern der CG Gruppe AG, Christoph Gröner und Jürgen Kutz, leiten.

Die CG Gruppe und SSN sollen auch künftig als zwei voneinander unabhängige Plattformen geführt werden. Parallel dazu soll die Zusammenarbeit der Tochtergesellschaften in den Bereichen Beschaffung, Ankauf und Marketing vom erweiterten Vorstand vorangetrieben werden. Consus wird sich dabei auf die gruppenweite Finanzierung und den Zugang zum Kapitalmarkt sowie die Strategie, das Controlling und die Digitalisierung der Planungs- und Bauprozesse konzentrieren.

Consus hebt Prognose an

Im Zusammenhang mit der Übernahme von SSN hebt Consus die mittelfristige Prognose bis 2020 an und erwartet ein um den Kaufpreis bereinigtes EBIT von 450 Millionen Euro, was einer Steigerung von etwa 50 Prozent gegenüber der bisherigen Prognose von 300 Millionen Euro entspricht.

 

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