09.12.2016 | Compliance

Welt-Anti-Korruptions-Tag: Auch die Immobilienwirtschaft muss sich gegen Filz wappnen

Compliance-Fragen sind am Anti-Korruptions-Tag auch Thema in der Immobilienwirtschaft
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Vereinten Nationen haben den 9. Dezember zum weltweiten Anti-Korruptions-Tag erklärt. Damit will die UN das Bewusstsein für das Thema stärken. Ob Steuerhinterziehung, Korruption oder Geldwäsche – „die Immobilienwirtschaft ist von Compliance-Fragen stärker betroffen als die meisten anderen Branchen", sagt Dr. Thomas Durchlaub, Vorsitzender des DC Global Compliance Forums, das Immobilienfirmen berät. 

Die Gefahr, Compliance-Regularien zu verletzen und Schäden in Milliardenhöhe zu riskieren, ist demnach groß. Eine Übersicht zu möglichem Fehlverhalten, einschlägigen Rechtsvorschriften sowie Strafen und anderen Konsequenzen sind im Haufe-Whitepaper "Korruption verhindern - Grundlagenwissen und Verhaltensregeln" zusammengefasst.

Durchlaub ist auch Vorsitzender des Diplomatic Councils, einem Think Tank, das unter anderem die UN berät. Als Chef des neuen Diplomatic Councils (DC) wird er neben dem Kampf gegen transnationale Wirtschaftskriminalität Unternehmen bei der Entwicklung und Einhaltung von Compliance-Regeln unterstützen und vor den Risiken bei deren Verletzung schützen. Firmenmitglieder können ihre Compliance-Regularien durch das Forum überprüfen und anpassen lassen.

„Projektentwickler, internationale Makler und andere Akteure der Immobilienwirtschaft, die nicht in das Blickfeld der Behörden geraten wollen, sollten besser darauf achten, dass sie die aktuelle internationale Rechtsprechung zu Compliance-Fragen genau kennen und penibel einhalten“, so Durchlaub. Die meisten Immobilienunternehmen sind laut DC von Compliance-Risiken auf mehreren Rechtsgebieten betroffen, etwa im Rahmen des Human Resources Managements, des Arbeitsstrafrechts, des Insolvenzrechts und vor allem des Datenschutzrechts. Wie kürzlich Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ergaben, sollen zahlreiche Wohnungsbaugesellschaften etwa Daten von Interessenten nicht verschlüsselt haben.

Compliance ist jedoch mehr als Regeln einhalten. Dass Compliance-Verstöße dauerhaft nur verhindert werden können, wenn das Compliance-Managementsystem eines Unternehmens "sowohl die rechtliche Perspektive als auch die allgemein akzeptierten ethischen Normen und moralischen Grundsätze umfasst", sagte kürzlich Rechtsanwältin Kathrin Niewiarra im ZEIT-Interview.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienwirtschaft, Compliance, Compliance-Regel, Compliance-Management

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