30.12.2016 | Umfrage

Effizienzlabel-Pflicht ab 2017: Mehrheit der Eigentümer steht dem Label gleichgültig gegenüber

Ab 2017 muss der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger alte Heizungen labeln
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Das im Jahr 2016 zunächst auf freiwilliger Basis eingeführte Effizienzlabel für Heizungsanlagen, die vor mehr als 15 Jahren in Betrieb genommen wurden, ist ab dem 1.12017 Pflicht. Laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft co2online unter 2.000 Handwerkern zu ihren bisherigen Erfahrungen mit dem Label, stehen 64 Prozent der Eigentümer dem Altanlagenlabel gleichgültig gegenüber. 22 Prozent der Eigentümer reagieren sogar ablehnend.

Auf die Frage von co2online, ob die befragten Handwerker durch das Altanlagenlabel zusätzliche Aufträge generieren konnten, antworteten nur 3,3 Prozent mit „Ja“. Die Heizkessel werden dabei auf einer Skala von A++ bis D eingeordnet. Nach Angaben der Handwerker bekämen 53 Prozent der Altanlagen aktuell ein Label C oder schlechter.

Laut einer Umfrage des Energiedienstleisters Techem hat die energetische Gebäudesanierung bisher nicht die erhofften Einsparungen gebracht.

Der Großteil der Handwerker (90,4 Prozent) gab in der Umfrage außerdem an, die Kunden bei der Antragstellung von Fördermitteln unterstützen zu wollen. 50 Prozent würden sogar die entsprechenden Anträge als Bestandteil der Angebotserstellung ausfüllen.

Heizungslabel: Aufwand überwiegt Nutzen

Durch die Bewertung der Energieeffizienz der Anlagen sollten die Verbraucher zum Austausch der alten Heizkessel motiviert werden, wie es im Gesetzentwurf des Bundestags vom Oktober 2015 heißt. Angaben zufolge waren damals mehr als 70 Prozent der Heizgeräte in Deutschland ineffizient. Ein Drittel der Anlagen soll bereits älter als 20 Jahre sein.

Die Bezirksschornsteinfeger müssen deshalb ab 2017 die Heizkessel im Anschluss an die regelmäßige Feuerstättenschau mit dem Label zu versehen, das Auskunft über die Energieeffizienz gibt. Für Vermieter entstehen dadurch co2online zufolge weder zusätzliche Kosten, noch ein Sanierungszwang. Für knapp 50 Prozent der Handwerker überwiegt aber der Aufwand bei allen Arten von Heizungslabeln immer noch.

Energieeffizienz biete hinsichtlich der CO2-Reduktionen ein großes Potenzial, so der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner.

Schlagworte zum Thema:  Bundestag, Heizung

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