Die Bundesregierung hat eingestanden, bei der energetischen Sanierung ihrer Liegenschaften das eigene Klimaziel zu verfehlen. Bisher sei noch keine Sanierungsmaßnahme in den betroffenen Objekten abgeschlossen, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Zwar bestünden die im Energetische Sanierungsfahrplan Bundesliegenschaften (ESB) formulierten Einsparziele fort – in einem Entwurf ist von einer Reduzierung des Wärmebedarfs der Liegenschaften bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent und des Primärenergiebedarfs um etwa 80 Prozent bis 2050 die Rede. Neubauten der öffentlichen Hand würden gemäß der EU-Gebäuderichtlinie als Niedrigstenergiegebäude errichtet.

"Das Ziel zur Reduzierung des Wärmebedarfs um 20 Prozent bis 2020 ist zeitlich nicht zu realisieren", erklärt das verantwortliche Bundesbauministerium zugleich.

Beschluss über Sanierungsfahrplan offen

Das von Horst Seehofer (CSU) geführte Haus verweist darauf, dass der ESB bisher nicht beschlossen und daher auch kein "durch die Bundesregierung eingeführtes Instrument zur energetischen Sanierung von Bundesliegenschaften" sei.

Bei den Objekten geht es der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zufolge um etwa 2.200 energierelevante Liegenschaften mit einer beheizten Nettogrundfläche (NGF) von mehr als 22 Millionen Quadratmetern. Wann es einen Beschluss über den Sanierungsfahrplan geben könnte, lässt das Ministerium unerwähnt.

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