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Bundeskabinett: Besteuerung von Investmentfonds wird vereinfacht

Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Investmentbesteuerung gebilligt
Bild: Bundesregierung/Steffen Kugler

Die Besteuerung von Investmentfonds wird neu geregelt. Der Entwurf für das Reformgesetz wurde am 24. Februar vom Bundeskabinett beschlossen. Ziel der Neuregelung ist es, die Besteuerung zu vereinfachen. Unter anderem soll etwa bei Publikums-Immobilienfonds eine Körperschaftsteuer von 15 Prozent auf Mieten und Pachten fällig werden. Andere Ertragsarten wie Zinsen bleiben steuerfrei. Die neuen Regelungen sollen zum 1.1.2018 in Kraft treten.

Um eine Doppelbesteuerung auf Anleger- und Fondsebene zu vermeiden, werden Ausschüttungen an Anleger aus Immobilienfonds teils freigestellt. Diese Teilfreistellung soll für Privatanleger 60 Prozent, bei überwiegend ausländischen Immobilienfonds 80 Prozent sowie bei Mischfonds mit geringem Aktienanteil 15 Prozent betragen.

Für Spezialfonds sollen die bisherigen Regeln weitgehend unverändert bleiben. Künftig soll auch bei inländischen Spezialfonds die Kapitalertragsteuer fällig werden, wenn ihnen inländische Dividenden zufließen. Anleger können die Kapitalertragsteuer anrechnen und gegebenenfalls erstattet bekommen.

Inländische und ausländische Fonds sollen auf Fondsebene künftig gleich behandelt werden.

Für Investmentanteile, die vor 2009 angeschafft wurden, gilt bei Veräußerungsgewinnen Steuerfreiheit. Dieser Bestandsschutz soll zeitlich gekappt werden: Es sollen nur noch Wertveränderungen steuerfrei bleiben, die vor dem 1.1.2018 anfielen. Danach entstehende Wertzuwächse oder -verluste werden steuerpflichtig, wenn steuerpflichtige Veräußerungsgewinne einen Freibetrag von 100.000 Euro übersteigen.

Cum-Cum-Geschäfte sollen unmöglich werden

Sogenannte Cum-Cum-Geschäfte sollen unmöglich werden. Bei diesen Deals wird die Dividendenbesteuerung umgangen durch Aktien-Transaktionen um den Stichtag der Ausschüttung. Die Deals sind so gestaltet, dass beim Erwerber der Aktien zwar steuerpflichtige Dividenden anfallen, aber auch Verluste aus späterer Rückveräußerung. Der Erwerber hat nahezu keine Steuerlast, sodass die Ertragsteuer erstattet werden muss.

Künftig soll die Verrechnung davon abhängig sein, dass der Steuerpflichtige die Aktie entweder ein Jahr lang besitzt oder sie 45 Tage um den Dividendenstichtag vorher besessen oder danach gehalten hat. Diese Mindestdauer gelte nur für Dividendenerträge börsennotierter inländischer Aktien von mehr als 20.000 Euro im Jahr. Diese Regelung soll rückwirkend zum 1.1.2016 in Kraft treten.

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Schlagworte zum Thema:  Steuerreform, Investmentfonds, Immobilienfonds, Besteuerung

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