| Wohnungspolitik

Bis 2017 fehlen in Deutschland 825.000 Wohnungen

DMB: Bessere steuerliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau schaffen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bis zum Jahr 2017 werden in Deutschland 825.000 Mietwohnungen vor allem in Ballungszentren und Großstädten fehlen. Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Mieterbund (DMB) die Regierung auf, die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau zu verbessern.

„Dann werden die Mieten noch schneller steigen als bisher. Kommen dann noch teure energetische Modernisierungen dazu, werden die Mieten für einen Großteil der Mieter in Deutschland nicht mehr bezahlbar sein“, warnte der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, in Berlin.

Schon heute fehlen nach einer Untersuchung des Pestel-Instituts in Hannover mehr als 100.000 Mietwohnungen in den zehn Großstädten Deutschlands. Bis zum Jahr 2017 wird der Fehlbestand auf 825.000 Mietwohnungen anwachsen, wenn weiterhin nur 60.000 bis 70.000 Mietwohnungen jährlich neu gebaut werden. Folge sind Mietpreissteigerungen, insbesondere bei der Wieder- und Neuvermietung der Wohnungen, von 20 bis 30 Prozent.

Rahmenbedingungen für Wohnungsneubau verbesserungswürdig

„Die Bundesregierung muss die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau verbessern und ein klares Bekenntnis für den sozialen Wohnungsbau abgeben", forderte der Mieterbund-Direktor. Dazu gehöre die Klarstellung, dass die Länder auch nach 2013 mindestens mit denselben Bundesmitteln wie bisher für die soziale Wohnraumförderung rechnen können. Gleichzeitig solle der Gesetzgeber Regelungen zur Begrenzung der Neuvertragsmieten treffen.

Er wies darauf hin, dass die hohen Neuvertragsmieten von heute die Vergleichsmieten von morgen sein werden, wenn die Politik jetzt nicht eingreift. Deshalb sollten auch die Mieterhöhungsvorschriften für den Wohnungsbestand nachgebessert werden. Der Mieterbund-Direktor warnte gleichzeitig davor, notwendige energetische Modernisierungen der Gebäudebestände auf dem Rücken der Mieter durchzusetzen.

Nach jetzigem Recht ist der Vermieter berechtigt, elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufzuschlagen. Dies führt bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung und einer vollständigen energetischen Modernisierung (300 Euro pro Quadratmeter) zu einer monatlichen Mieterhöhung von knapp 200 Euro.

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