Grund zum Aufatmen: Stellenabbau und Verkäufe haben Bilfinger wieder Gewinn schreiben lassen Bild: Haufe Online Redaktion

Der Bilfinger-Konzern hat 2016 unter dem Strich einen Gewinn von 271 Millionen Euro eingefahren. Ein Jahr zuvor meldete das Unternehmen noch einen Rekordverlust von rund einer halben Milliarde Euro. Mit dem Verkauf des Baugeschäfts und den Immobiliendienstleistungen hatte der neue Bilfinger-Chef Tom Blades zuletzt einen scharfen Wandel vollzogen. Im laufenden Jahr liege der Schwerpunkt auf der Straffung der Unternehmensstruktur, kündigte Blades an.

Konzernweit waren die Ergebnisse immer noch mau: Die Leistung 2016 sank um 16 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro und das war weniger als erwartet. Auftragsbestand und Auftragseingang, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, sackten um zehn Prozent beziehungsweise sechs Prozent ab. Mit dem Verkauf der profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungen ist Bilfinger deutlich geschrumpft. 

Der seit Juli 2016 amtierende Bilfinger-Boss Tom Blades gab an, wieder mehr Ruhe in den kriselnden Industriedienstleister bringen zu wollen. Die Einschnitte bei Bilfinger waren zuletzt gewaltig. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte von 57.500 im Jahr 2014 auf zuletzt rund 37.000.

Im laufenden Jahr dürfte die Leistung nach Angaben des Unternehmens organisch im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sinken. Die bereinigte Ebita-Marge dürfte sich um rund einen Prozentpunkt verbessern. 2016 lag diese Kennzahl bei 0,4 Prozent.

Bilfinger: Blades stellt neue Strategie vor

In diesem Jahr liege der Schwerpunkt auf der Straffung der Unternehmensstruktur, heißt es in der Mitteilung. "Mit dieser Strategie werden wir profitabel wachsen, und das stärker als der Markt", sagte er laut Mitteilung. Das Geschäft werde künftig in den beiden Geschäftsfeldern Engineering & Technologies (E&T) sowie Maintenance, Modifications & Operations (MMO) gebündelt. Der Fokus liege dann auf den vier Regionen Kontinentaleuropa, Nordwesteuropa, Nordamerika und Nahost.

Auch die Verwaltungs- und Vertriebskosten sollen sinken. Einschnitte hatte Blades zuletzt bereits in der Konzernzentrale angekündigt. Nach der Stabilisierung sollen ergänzende Zukäufe und weitere Wachstumsoptionen folgen. Die zuletzt auferlegte Beschränkung auf Europa ist gefallen, genauso wie die vollständige Abkehr vom Kraftwerksgeschäft. Die Krise bei den großen Versorgern hatte den Markt zuletzt fest im Griff. Der ursprüngliche Plan eines Verkaufs des Gesamtgeschäftes scheiterte.

 

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