19.05.2016 | Top-Thema Big-Data-Spezialisten in der Immobilienbranche

Big Data: Neue Berufsbilder in der Aus-und Weiterbildung

Kapitel
Immobilienwirtschaftliche Unternehmen sollten sich rechtzeitig auf neue Entwicklungen einstellen.
Bild: Idey/fotolia

Aktuell benötigen vor allem größere Unternehmen Big Data Spezialisten. Durch zukünftige Entwicklungen, wie eine flächendeckende Erhebung von Daten, das Internet der Dinge oder Plattformanbieter zwischen Nutzer und Immobilie wird die Bedeutung steigen. In der Aus-und Weiterbildung beginnen sich die neuen Berufsbilder allmählich zu etablieren. 

Unternehmen sollten rechtzeitig in die Planung einsteigen, um interdisziplinäre Teams im Big Data Bereich zu etablieren, denn die Auswirkungen von Big Data werden in der Zukunft auch in der Immobilienbranche noch stärker zu spüren sein.

Zukunftsvision: Internet der Dinge

"Bislang kommt Big Data nicht in allen Segmenten der Immobilienwirtschaft gleichermaßen zum Tragen, da beispielsweise bei kleineren Hausverwaltungen weder derart riesige Datenmengen anfallen, noch strukturierte und unstrukturierte Daten verarbeitet und ausgewertet werden“, so die Erfahrung von Dr. Carsten Thies, Vorstandsvorsitzender der Haufe-Lexware Real Estate AG. 

"Ein weiteres Anwendungsfeld von Big Data könnte sich durch das ‚Internet der Dinge‘ ergeben."

Dr. Carsten Thies, Vorstandsvorsitzender der Haufe-Lexware Real Estate AG

Noch werden die Daten meist eins zu eins aus der jeweiligen Wohnung ermittelt und die Erhebung, Übermittlung und Nutzung von Daten privater Personen unterliegen in Deutschland sehr restriktiven Datenschutzbestimmungen.

Flächendeckenden Erhebung und Verarbeitung von Gebäude-, Personen- und Gesundheitsdaten 

Anders sähe die Situation aus, wenn diese Daten flächendeckend ausgewertet und von der Immobilien- oder auch der Gesundheitswirtschaft genutzt werden könnten“, blickt Thies in die Zukunft. Auf der Basis dieser Informationen ließen sich Wohnungen sehr viel spezifischer auf bestimmte Zielgruppen und ihre Bedürfnisse ausrichten und Trends frühzeitiger erkennen.

„Hierbei könnten die immobilienwirtschaftlichen Verbände mitwirken, da sie über einen hohen Organisationsgrad und das entsprechende Vertrauen verfügen“, sagt Thies. Ähnliche Entwicklungen ergäben sich im Bereich der Smart City. 

Big Data nicht verpassen: Neue Tools und Plattformanbieter

Die Immobilienwirtschaft heute ist noch nicht ausreichend darauf vorbereitet, Daten in und um die Immobilien strukturiert zu sammeln und durch die Auswertung einen Mehrwert zu generieren“, stellte Alexander Ubach-Utermöhl, Gründer und Geschäftsführer von blackprintpartners, bei einem Pressegespräch des Unternehmens zur digitalen Zukunft der Immobilienbranche fest. Ebenso werde es Plattformanbieter geben, die sich zwischen den Nutzer und die Immobilie schieben:

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Vorbereitet sein müssen Unternehmen auch darauf, dass Big Data auch die Anforderungen an die Nutzer verändert. Es sind ganz neue Tools entstanden, deren Bedienung teils komplex ist. „In fünf Jahren werden digitale Lösungen viele Jobs effizienter und günstiger erledigen", so Thomas Krings,  Geschäftsführer von IRM Management Network. 

Aus-und Weiterbildung  für Big Data wächst langsam

In der Aus- und Weiterbildung beginnen sich die neuen Berufsbilder allmählich zu etablieren. Zwischenzeitlich bieten verschiedene Hochschulen, wie die in Albstadt-Sigmaringen, die TU Chemnitz, die Universitäten von Weimar, Oldenburg, Mannheim, München, Lüneburg oder Münster, entsprechende Studiengänge an. Daneben schulen Unternehmen wie HPE, IBM oder die Fraunhofer Academy Mitarbeiter aus dem IT-Bereich für Big Data. „Bis Absolventen dem Arbeitsmarkt allerdings signifikant zur Verfügung stehen, werden weitere vier bis fünf Jahre vergehen und die Arbeitgeber werden um diese Spezialisten werben müssen“, sagt Stefani Miseré, Geschäftsführerin von Arnim Personalberatung, Berlin.  


Zum 1. Kapitel: Spürbar gesucht: Big Data Miner


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Schlagworte zum Thema:  Big Data, Internet der Dinge, CRM-Tools, Ausbildung, Digitalisierung

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