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BID und „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ diskutieren Neubau-Lösungen

Am BID-Stand auf der Expo Real wird heiß diskutiert: hier mit dem DW Team.
Bild: roman lorenz

Die Wohnungsmärkte in deutschen Großstädten sind angespannt, durch den Zuzug von Flüchtlingen verschärft sich die Situation. Was getan werden muss, um genug bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können, darüber diskutierten Vertreter der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft und des Bundesbauministeriums am Messestand der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland auf der Expo Real.

Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, betonte bei der Standeröffnung, dass eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik und Immobilienwirtschaft für mehr bezahlbaren Wohnraum unverzichtbar sei.

"Wir müssen nun gemeinsam mit der Politik eine Investitionsoffensive starten, damit dort wo nötig schnellstmöglich kostengünstig Wohnungen für alle Wohnungssuchenden in den Städten entstehen können", erklärte Axel Gedaschko, BID-Vorsitzender und Präsident des GdW. Der gesamte Baugenehmigungsprozess müsse drastisch beschleunigt und das Kostenbewusstsein beim Wohnungsbau deutlich geschärft werden. Zudem müsse die steuerliche Benachteiligung des Wohnungsbaus beendet und dazu die linearen Abschreibungssätze auf mindestens drei Prozent erhöht werden.

Außerdem könnte zur Förderung des Neubaus in Ballungsräumen zusätzlich eine zeitlich befristete und regionalisierte degressive Abschreibung auf den Wohnungsneubau hilfreich sein, meinte Gedaschko. Für mehr preisgebundenen Wohnungsbau sollte der §7k im Einkommensteuergesetz wieder eingeführt und die Bundesmittel für die soziale Wohnraumförderung auf mindestens doppeltem Niveau über das Jahr 2019 hinaus weitergeführt und von den Ländern zweckgebunden eingesetzt werden.

Neubau-Hemmnisse beseitigen

BFW-Präsident Andreas Ibel machte deutlich, dass es beim Neubau insbesondere in puncto Baulandbereitstellung, im Normungswesen und bei Genehmigungsverfahren hakt.

Was gegen die kontinuierlich zunehmenden Herstellungskosten zu tun ist, verdeutlichte ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner: "Wir haben es mittlerweile mit ausufernden energetischen Standards zu tun, die das Bauen enorm verteuern und für die Mieter lange nicht die gewünschten Einspareffekte bringen."

Ein weiterer großer Kostenfaktor seien die ständig steigenden Grunderwerbsteuern. Der Staat sei letztlich der Kostentreiber und demotiviere durch seine Vorschriftenflut die Bauherren, so Mattern: „Das muss sich schleunigst ändern.“

Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, forderte ein Moratorium für geplante Verschärfungen von Bauvorschriften: "In der jetzigen angespannten Situation auf vielen Wohnungsmärkten muss insbesondere der zweite Teil der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 vorübergehend ausgesetzt werden."

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Schlagworte zum Thema:  Neubau, Expo Real, Wohnungsmarkt, Immobilienwirtschaft

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