Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land sowie WBM planen für 2018 mit Investitionen von knapp 1,8 Milliarden Euro – das ist ein neuer Rekord. Verglichen mit 2017 wäre das eine Steigerung der Gesamtinvestitionen von 56 Prozent, alleine beim Neubau sind es sogar 81 Prozent mehr.

Bereits zwischen 2012 und 2017 hatten die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ihre Investitionen von etwa 532 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro jährlich gesteigert, davon mehr als die Hälfte (661 Millionen Euro) im Neubausegment.

Im Mai hatte der Berliner Senat den kommunalen Wohnungsgesellschaften versprochen, Bauland schneller kostenlos übertragen zu wollen als bisher. Mit den zwölf Berliner Bezirken wurden Anfang des Jahres zudem "Bündnisse für Wohnungsneubau und Mieterberatung in Berlin 2018 bis 2021" unterzeichnet, um Bauvorhaben zu beschleunigen.

Viele Neubauten in Berlin-Lichtenberg

Bis zum Jahr 2021 wollen die landeseigenen Berliner Unternehmen nach eigenen Angaben rund 32.000 neue Mietwohnungen auf den Weg bringen. Die meisten dieser Wohnungen (6.043) sollen im Bezirk Lichtenberg entstehen. In Marzahn-Hellersdorf sind 5.618 Wohnungen, in Treptow-Köpenick 4.407 Wohnungen und in Spandau 3.927 Wohnungen geplant.

Etwa 50 Prozent des Bestandes wollen die Wohnungsbaugesellschaften belegungsgebunden zu einer Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter anbieten, die andere Hälfte zu Mieten von durchschnittlich knapp zehn Euro pro Quadratmeter.

Kaltmieten unter dem Durchschnitt

Mit durchschnittlichen Nettokaltmieten von 5,98 Euro pro Quadratmeter lagen die Bestandsmieten bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschafen im Jahr 2017 um 41 Cent pro Quadratmeter unter dem Mietspiegeldurchschnitt (6,39 Euro pro Quadratmeter).

Die Wiedervermietungsmieten lagen im vergangenen Jahr bei 7,09 Euro pro Quadratmeter und damit nach Angaben der Unternehmen um knapp 30 Prozent unter dem allgemeinen Marktniveau (9,79 Euro pro Quadratmeter).

Die Mieten in Berlin sind heute knapp 104 Prozent teurer als vor zehn Jahren, wie eine aktuelle Studie von Immowelt zeigt.

Leerstandsquote so tief wie nie

Der Leerstand betrug Ende 2017 noch 2,1 Prozent und lag damit so tief wie nie zuvor seit Beginn der Erfassung dieser Zahlen durch den BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. im Jahr 1991.

"Wir dürfen nicht nachlassen, unsere Anstrengungen für den Wohnungsneubau zu intensivieren", Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister

Berlin wächst weiter. Nach einer Studie von Nestpick ist Berlin weltweit die beliebteste Stadt für die Generation Y. Dem Statistischen Landesamt zufolge ist die Einwohnerzahl seit 2008 um mehr als 350.000 auf rund 3,7 Millionen gestiegen.

Laut Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher bleiben die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die wichtigsten Partner des Berliner Senats bei der Aufgabe, zusätzlichen preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Senatorin zufolge hat die deutsche Hauptstadt schon jetzt ein Defizit von 77.000 Wohnungen, die seit 2013 zu wenig gebaut wurden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Berliner Mietspiegel 2017 vom Landgericht gestärkt

Expertengremium empfiehlt Abschaffung der Mietpreisbremse

Mietpreisbremse – Regelungen der Bundesländer

Staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim nimmt ihre Arbeit auf

Ausgebremst: Lange Genehmigungsverfahren verzögern Neubau in Bayern

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Berlin