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Baustaatssekretär: Berliner Wohnbaugesellschaften dämpfen Mieten

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die sechs Berliner Wohnungsbaugesellschaften, die sich zum Bündnis für bezahlbare Mieten zusammengeschlossen haben, haben laut Engelbert Lütke Daldrup entscheidend dazu beigetragen, das steigende Mietniveau in der Hauptstadt zu dämpfen. "Sie sind der Anker, wenn es darum geht, die Mischung in den Wohngebieten zu gewährleisten", sagte der Baustaatssekretär.

Die Gesellschaften hätten auf mehr als zehn Millionen Euro an Einnahmen verzichtet, indem sie Mieterhöhungen nicht ausgeschöpft, Härtefälle anerkannt und Modernisierungskosten weniger stark umgelegt hätten, so Lütke Daldrup.

Mehr als 40 Prozent der neuvermieteten Wohnungen seien an Menschen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) gegangen. "Da zeigt sich die soziale Verantwortung ganz besonders", sagte Lütke Daldrup.

Bis 2026 wollen die Gesellschaften zwölf Milliarden Euro in Neubau und Ankauf investieren

Die durchschnittliche Nettokaltmiete betrug im Bestand 5,65 Euro pro Quadratmeter, bei Neuverträgen 6,27 Euro. Alle Gesellschaften hielten die Mietpreisbremse ein, betonte der Staatssekretär. Private Vermieter dagegen verlangten in Berlin oft zwischen acht und zehn Euro pro Quadratmeter und ignorierten die Mietpreisbremse, kritisierte er.

Gesobau-Vorstandschef Jörg Franzen sagte, das Mietenbündnis sei ein "großer Erfolg für die gezielte Förderung einkommensschwacher Haushalte". Die landeseigenen Gesellschaften haben ihren Bestand im Jahr 2015 um fast 10.000 Wohnungen erhöht. Das Angebot soll bis Ende 2016 auf etwa 311.000 Wohnungen wachsen. Bis 2026 wollen die Gesellschaften Franzen  zufolge zwölf Milliarden Euro in Neubau und Ankauf investieren und ihren Bestand auf 400.000 Wohnungen erhöhen.

Den Grünen reicht das nicht

Die Grünen-Mietenexpertin Katrin Schmidberger kritisierte dagegen, über eine kurzfristige Mietendämpfung gehe das Bündnis nicht hinaus.

Es sei nicht klar, ob das Angebot der kommunalen Gesellschaften auch wirklich Bedürftigen zugute komme. Sie müssten mehr Wohnungslose aufnehmen und die WBS-Quote auf mindestens zwei Drittel erhöhen.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnbaugesellschaft, Berlin, Miete

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