Der Berliner Senat und die zwölf Bezirke wollen Bauvorhaben beschleunigen. Dazu haben sie am Donnerstag „Bündnisse für Wohnungsneubau und Mieterberatung in Berlin 2018 bis 2021“ unterzeichnet. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit.

Senat und Bezirke wollen beim Wohnungsbau künftig enger zusammenwirken. Wohnsenatorin Katrin Lompscher (Linke) und mehrere Bezirksbürgermeister haben entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Die Bezirke verpflichten sich unter anderem, innerhalb bestimmter Fristen Planungs- und Baurecht für neue Projekte zu schaffen und die Bürger dabei einzubeziehen.

Zudem soll es feste Angebote der Bau- und Mieterberatung geben.

„Mit der Unterzeichnung der Bündnisse legen wir heute den Grundstein für eine noch besser abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Senat und Bezirken.“ Wohnsenatorin Katrin Lompscher (Linke)

Zuletzt hatte sich gezeigt, dass die rot-rot-grüne Neubauoffensive eher schleppend in Gang kommt. Grund sind Verzögerungen bei Ausschreibungsverfahren, Probleme bei der Beschaffung geeigneter Grundstücke, aber auch lange Bearbeitungszeiten wegen mangelnder Personalausstattung der Bezirke.

Berlin braucht 194.000 neue Wohnungen bis 2030

Weil Berlins Einwohnerzahl um rund 50.000 pro Jahr zunimmt, müssen bis 2030 mindestens 194.000 Wohnungen gebaut werden. Bis 2021 hat Rot-Rot-Grün das Ziel von 20.000 Neubauwohnungen jährlich ausgegeben, gut zwei Drittel davon sollen private Investoren bauen. Um die Marke zu erreichen, seien erfahrungsgemäß 25 000 Baugenehmigungen jährlich erforderlich, so die Stadtentwicklungsverwaltung. Von Januar bis November 2017 gab es nach ihren Angaben 22.475 Genehmigungen. Auch in vielen anderen Großstädten fehlen mittelfristig tausende von Wohnungen, weil zu wenig gebaut wird.

Wie wichtig eine Beschleunigung des Wohnungsbaus in Berlin ist, zeigt die Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der SPD. Demnach stellten die städtischen Gesellschaften im vergangenen Jahr 2785 neue Wohnungen fertig und meldeten den Baubeginn für 5044 Wohnungen. Zudem wurden von Januar bis November Baugenehmigungen für weitere 4915 Wohnungen erteilt. Um das Ziel von 30.000 landeseigenen Wohnungen bis 2021 zu erreichen, müssten pro Jahr durchschnittlich 6000 fertig werden.

Angebotsmiete bald über zehn Euro pro Quadratmeter

Unterdessen steigen die sogenannten Angebotsmieten weiter. Wer in Berlin eine neue Wohnung sucht, muss sich inzwischen auf zehn Euro kalt je Quadratmeter einstellen. Die mittlere Angebotsmiete werde diese Summe in diesem Jahr überschreiten, heißt es im Immobilienmarktbericht der Bank Berlin Hyp und des Maklerhauses CBRE.

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