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Berliner Senat überprüft Wohnungsverkäufe von Degewo und Gewobag

Der Berliner Senat will prüfen, ob landeseigene Wohnungsbaugesellschaften Geschäfte mit unseriösen Immobilienunternehmen abgewickelt haben. Laut "Berliner Zeitung»"(Samstag) haben die Degewo und die Gewobag Wohnungen über Firmen wie die Swisskontor GmbH verkauft.

Die Swisskontor GmbH steht im Zusammenhang mit dem Rückzug von Ex-Justizsenator Michael Braun (CDU) im Verdacht, überteuerte Schrottimmobilien unter Zeitdruck an ahnungslose Interessenten verkauft zu haben. Gegen das Unternehmen sind mehr als 100 Klagen vor dem Landgericht anhängig.

Ex-Senator Braun hatte nach nur zwölf Tagen im Amt nach massiven Vorwürfen, er sei als Notar an den Verkäufen dubioser Immobilien beteiligt gewesen, um seine Entlassung gebeten. Gegen die beiden öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften seien bereits zwei Klagen beim Landgericht eingereicht worden. Darin werde der Vorwurf erhoben, die Kläger seien "mit Überrumpelungstaktiken" zum Kauf der Gewobag-Wohnungen überredet worden, heißt es in der Zeitung.

Grothe: "Kann die Vorwürfe nicht wiederlegen"

"Ich kann diese Vorwürfe momentan nicht widerlegen", sagte der Staatssekretär für Stadtentwicklung, Ephraim Grothe, am Samstag am Rande der Klausurtagung der Berliner SPD-Fraktion der Nachrichtenagentur dpa. Er kündigte Gespräche mit allen Wohnungsbaugesellschaften an, in denen der Senat genaue Aufklärung verlangen werde. "Die Gesellschaften sollen uns darlegen, welche Verkäufe sie getätigt haben, ob es dagegen Klagen gab oder gibt."

Um das Jahr 2000 hätten landeseigene Wohnungsbaugesellschaften Wohnungen direkt an einzelne Mieter verkauft, sagte Grothe. Damals hätten sie jedoch nicht das Knowhow gehabt, wie solche Verkäufe abzuwickeln seien. Deshalb hätten sie sich teilweise externer Dienstleister bedient. Allerdings habe der Senat damals einen Acht-Punkte-Plan für solche Verkäufe aufgestellt. Nun gelte es zu überprüfen, ob sich die Gesellschaften daran gehalten hätten.

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