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Berliner Innenstadt soll neu bebaut werden

Berlin soll rund um das Rote Rathaus attraktiver gestaltet werden
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Berliner historische Mitte rund um das Rote Rathaus soll dem "Tagesspiegel" zufolge neu bebaut werden. Darauf habe sich die rot-schwarze Koalition geeinigt. Dabei sollen Tausende neuer Wohnungen entstehen. Der Vorschlag kam vom SPD-Vorsitzenden Jan Stöß.

"Unser Fraktionsbeschluss von vor einem Jahr zur Reurbanisierung der historischen Mitte hat große Schnittmengen mit dem Vorschlag von Jan Stöß", sagte der stadtentwicklungspolitische Sprecher und CDU-Fraktionsvize Stefan Evers dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Auch Kultur-Staatssekretär André Schmitz begrüßte den Vorschlag. So könne "die Geschichte und Identität Berlins an diesem unwirtlichen Ort reaktiviert werden", sagte Schmitz der Zeitung.

Derzeit sei die Innenstadt rund um den Fernsehturm und das Rote Rathaus eine "Brache ohne Aufenthaltsqualität", kritisierte Stöß im "Tagesspiegel" (Samstag). Es gebe keine Pläne, wie das historische Zentrum entwickelt werden könnte. Deshalb entstehe "mittelmäßige Investorenarchitektur" nach dem Zufallsprinzip auf freiwerdenden Grundstücken. Der SPD-Chef schlug vor, Ideen auf hohem Niveau sollten dazu im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2020 entwickelt werden.

Viele Berliner stehen prominenten Bauvorhaben in der Innenstadt kritisch gegenüber

Nach den Vorstellungen von Stöß sollen die Straßen und Plätze aus der Vorkriegszeit wiederhergestellt und mit neuen Wohnhäusern bebaut werden. Etwa 4.000 Wohnungen könnten so entstehen. "Sozialwohnungen wird man hier sicher nicht bauen können", sagte Stöß mit Blick auf das Anliegen der SPD, mehr preisgünstigen Wohnraum in Berlin zu schaffen. Doch sollten vorrangig Baugenossenschaften und landeseigene Wohnungsunternehmen zum Zuge kommen.

Auch SPD-Fraktionschef Raed Saleh unterstützte den Vorschlag von Stöß. "Die Innenstadt kann einen Beitrag zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums leisten und die IBA dafür das richtige Mittel sein." Evers regte an, eine breite gesellschaftliche Debatte zur Gestaltung des Areals anzustoßen. Schmitz forderte, sich dabei "nicht auf ein bisschen Verbesserungsstückwerk" zu beschränken.

Nach einer aktuellen Umfrage stehen viele Berliner anderen prominenten Bauvorhaben in der Innenstadt kritisch gegenüber. 60 Prozent lehnten die umstrittene Bebauung des ehemaligen Todesstreifens an der East Side Gallery ab, nur 34 Prozent waren dafür. Infratest Dimap hatte zwischen dem 12. und 15. April für "Berliner Morgenpost" und RBB-"Abendschau" 1.001 wahlberechtigte Berliner befragt. Wohngebäude am Rand des Tempelhofer Felds können sich zwar immerhin 45 Prozent der Befragten vorstellen, bei 49 Prozent findet die Idee aber keine Unterstützung. Neue Hochhäuser wie am Alexanderplatz oder in der City West weisen für 46 Prozent in die falsche und für 45 Prozent in die richtige Richtung.

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