29.04.2013 | Stadtplanung

Berliner Abgeordnete sollen "Alex"-Pläne überarbeiten

Berlins Baudirektorin will die Pläne für eine Hochhaus-Skyline am Alexanderplatz überprüfen lassen
Bild: GG-Berlin ⁄

Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin in Berlin, will den Architektenplan von Hans Kollhoff zur Neugestaltung des Alexanderplatzes in zentralen Punkten überarbeiten lassen: Das Abgeordnetenhaus soll entscheiden, ob ein Auftrag erteilt wird, sagte Lüscher der Nachrichtenagentur dpa.

Die Politik müsse die jetzige Pause nutzen und entscheiden, was mit den Gebäuden aus der DDR-Zeit geschieht: "Werden sie in den Plan einbezogen oder werden sie abgerissen?", sagte Lüscher. In seiner jetzigen Form sei der Kollhoff-Plan im zentralen Bereich kaum umsetzbar. Der Masterplan sehe Hochhäuser vor, wo heute unter anderem aufwendig sanierte Gebäude stehen.

Lüscher: Ziel ist vor allem die Schaffung von günstigem Wohnraum

Die Senatsbaudirektorin sprach sich dafür aus, Teile des Gebiets rund um den Alexanderplatz in die Neuplanung einzubeziehen. Ziel solle vor allem die Schaffung von günstigem Wohnraum sein. Das geplante Hochhaus des US-Investors Hines auf dem "Alex" sei zwar für Wohnungen umgeplant worden - "allerdings im gehobenen Segment", wie die Baudirektorin sagte. Berlin brauche aber Wohnungen für mittlere und untere Einkommen.

"Wir können das Thema am Alexanderplatz voranbringen, wenn wir dabei die Wohngebiete rund um die Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz in die Neukonzeption einbeziehen", sagte Lüscher. Hier sei die bereits geplante Zusammenarbeit zwischen den Wohnungsbaugesellschaften und dem Bezirk Mitte entscheidend.

Der Alexanderplatz bleibe ein Standort für Hochhäuser. Das Parlament müsse aber dafür die städtebaulichen Weichen neu stellen. "Es muss eine Lösung gefunden werden für einige DDR-Gebäude wie das Haus der Statistik und das Haus des Reisens", so Lüscher weiter.

Pläne für Hochhaus-Skyline am Alex gehen auf Wettbewerb von 1993 zurück

Ohne wenigstens einen Teilabriss von einigen Bauten sei der Kollhoff-Plan nicht realisierbar. Der mit der Planung für eine Neugestaltung beauftragte Stararchitekt hatte den Bau von zehn Hochhäusern mit bis zu 150 Metern vorgeschlagen - auf Grundstücken, die zum Teil noch belegt sind.

Der Platz sollte in Zukunft aufgeräumter wirken, "nicht ständig zugestellt von Buden", sagte Lüscher. Ein Beispiel seien spanische Städte, wo es immer wieder gelinge, Marktplätze mit attraktiver und lebendiger Architektur zu verbinden.

Die Pläne für eine Hochhaus-Skyline am Alexanderplatz gehen auf einen Wettbewerb von 1993 zurück. Mit einer Ausnahme hatte sich bisher kein Investor gefunden, der den Architektenentwurf umsetzen wollte. Die alte Hochhaus-Planung ist zwar noch immer verbindlich. Investoren haben aber nach einer Sieben-Jahres-Frist keinen Anspruch mehr auf Schadenersatz, wenn das Land den Masterplan ändert.

Schlagworte zum Thema:  Stadtplanung, Stadtentwicklung

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