| Berlin

Verbände legen Positionspapier zum Wohnungsbau vor

Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau
Bild: DGfM

Die Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" hat in Berlin ein Positionspapier vorgelegt: Der Plan soll den Wohnungsbau ankurbeln und die energetische Gebäudesanierung stärker fördern. Der Koordinator der Aktion, Dr. Ronald Rast, fordert vor allem steuerliche Anreize. Hinter dem Positionspapier stehen 31 Verbände und Organisationen aus den Bereichen der Planung, Bau- und Wohnungswirtschaft.

Nach der Wohnungsmarkt-Prognose des Bundes ist bis 2025 bei einer jährlichen Nettozuwanderung von 200.000 Menschen der Neubau von durchschnittlich 256.000 Wohnungen pro Jahr erforderlich (Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung/BBSR). Tatsächlich beträgt die Nettozuwanderung in Deutschland seit 2010 im Durchschnitt jedoch nahezu 300.000 Personen jährlich, so das Bündnis, darunter der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Ein enormer Schwund bei den Sozialwohnungen verschlimmere die Situation. Deren Zahl sei im letzten Jahrzehnt (2002 bis 2010) um ein Drittel von 2,4 auf 1,6 Millionen zurückgegangen. Die schwarz-rote Bundesregierung habe "gutes und bezahlbares Wohnen" für alle Menschen zum politischen Ziel erklärt.

Dies gilt nach Ansicht der 31 Verbände und Organisationen auch für die energetische Gebäudesanierung. Die Aktion fordert hier einen zweiten Aktionsplan. Bund und Länder müssten sich rasch auf steuerliche Anreize für energetische Sanierungsmaßnahmen einigen. Diese sollten sich an private und institutionelle Bauherren gleichermaßen richten. Darüber hinaus müsse der Bund das KfW-Programm zur CO2-Gebäudesanierung kurzfristig auf mindestens drei Milliarden Euro aufstocken.

Zudem müssten der Abriss und der anschließende Neubau von Gebäuden bei der KfW-Förderung und im Baugesetzbuch genauso behandelt werden wie eine Vollsanierung. Dies solle für den so genannten Ersatzneubau von Gebäuden gelten, die leer stehen und nicht prägend für das Ortsbild sind. Ein weiterer Schwerpunkt: das Senioren-Wohnen. Hier fordert die Aktion die Bundesregierung auf, das Programm "Altersgerechter Umbau" neu aufzulegen. Hierfür sei ein jährlicher Etat von 200 Millionen Euro erforderlich. Die Förderung müsse zinsgünstige Kredite und direkte Investitionszuschüsse bieten. Zudem solle ein spezieller Förderbonus für das altersgerechte Umbauen auch Teil des CO2-Gebäudesanierungsprogramms werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienverband

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