Berlin: Projektgruppe plant neuen Stadtteil Bürgerstadt Buch

Bis zu 40.000 Wohnungen könnten ab 2022 im Nordosten von Berlin entstehen. 100.000 Menschen würden dann hier wohnen zwischen den Stadtteilen Buch, Französisch-Buchholz und Karow. Das Projekt "Bürgerstadt Buch" soll vor allem Genossenschaften ansprechen.

Wo jetzt noch Felder sind, könnte eine Stadt mit 35.000 bis 40.000 Wohnungen auf einer Fläche von mehr als 700 Hektar entstehen. Bauen könnten Genossenschaften, kleinere Unternehmen und Bauherrengruppen, wie Günter Fuderholz rbb24 sagte. Er ist einer der Initiatoren aus einer Gruppe von Planern, Architekten und Wohnungsbauexperten. 70 Prozent der Flächen sollen sich im Eigentum des Landes Berlin befinden.

"Alles, was Sie hier sehen, ist in Berlin-Besitz. Das haben wir an keiner anderen Ecke in der Stadt in dieser Dimension." Günter Fuderholz, Mietenexperte der SPD und Mitinitiator Bürgerstadt Buch

Volker Härtig, Mitglied im SPD-Fachausschuss Soziale Stadt von Berlin, sagte im rbb-Beitrag, in Berlin fehle eine klare Prioritätensetzung für den Wohnungsbau. Er habe aber mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) über die Idee für die Bürgerstadt bereits gesprochen und sei sich seiner Unterstützung sicher.

"Wir wollen eine kleinteilige, gemischte Entwicklung. Die Hälfte der Wohungen soll von Genossenschaften errichtet werden." Volker Härtig, Mitglied der Initiativgruppe und Vorsitzender des SPD-Fachausschusses Soziale Stadt

Nach den Vorstellungen der Initiatoren könnten Bürger den neuen Stadtteil mitentwickeln. Eine "Stadt für Reiche" solle nicht entstehen. Neue Quartiere in Buch könnten laut Winfried Hammann, Stadtsoziologe und Vorstand der Bürgerstadt Buch AG, entlang einer Bahntrasse und der Bucher Straße gebaut werden. Die Initiative rief den Senat dazu auf, schnell über den Vorschlag zu entscheiden.

FDP: Umsetzung der Initiative wird an Berliner Regierung scheitern

Stefan Förster, Sprecher für Bauen und Wohnen der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sagte zu den Plänen der Initiativgruppe, dass die Idee, in Buch Zehntausende neue Wohnungen zu schaffen, sympathisch und nachvollziehbar sei. Er denkt jedoch, dass die Umsetzung an der Uneinigkeit im rot-rot-grünen Senat scheitern wird.

"Die SPD will bauen, die Linken wollen das Gegenteil und die Grünen sitzen irgendwo dazwischen. Dabei ist mehr Neubau die einzige Alternative zum Mietendeckel, der auch noch die letzten Investoren aus der Stadt vertreiben wird." Stefan Förster, Sprecher für Bauen und Wohnen der Berliner FDP-Fraktion

Die Berliner FDP erwägt eine Klage gegen das geplante Mietendeckel-Gesetz. "Sollte sich nach allen Prüfungen dieses Gesetz als verfassungswidrig erweisen, kann sich der Senat bereits auf ein Normenkontrollverfahren einstellen", sagte Fraktionschef Sebastian Czaja. Der rot-rot-grüne Senat hat am 18. Juni Eckpunkte für einen noch zu erarbeitenden Gesetzentwurf zu einem Mietendeckel beschlossen.

Wer steht hinter der Projektgruppe Bürgerstadt Buch?

Die Inititiativgruppe Bürgerstadt Buch AG hat sich nach eigenen Angaben gebildet, "um der Öffentlichkeit Chancen der Stadtentwicklung und Wohnungsversorgung aufzuzeigen, zu denen sich der Senat aus unverständlichen Gründen nicht in der Lage sieht."

Vorstand der Projektentwicklung Bürgerstadt Aktiengesellschaft ist Winfried Hammann. Neben Hammann, Fuderholz und Härtig sind außerdem die Architektin Julia Tophof und der Sachverständige für Immobilienbewertung, Friedrich Stark, mit im Team.

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